Drei Länder und nahezu tausend Kilometer bewältigt die Memel zwischen ihrer Quelle und ihrer Mündung im ehemaligen Ostpreußen. In seinem neuen Buch schildert Uwe Rada den enormen kulturellen und historischen Reichtum dieses europäischen Stromes. Ein Muss für alle, die sich für die Geschichte und Gegenwart Osteuropas interessieren. Für die einen ist sie das Symbol einer untergegangenen Geschichtslandschaft der Strom Ostpreußens. Für andere symbolisiert sie das Zusammenleben von Deutschen und Litauern, Polen und Weißrussen, Russen und Juden in der Zeit vor den großen Verfolgungen des 20. Jahrhunderts: Die Memel hat mit ihrer multikulturellen Vergangenheit weite Teile Europas bis in unsere Zeit geprägt. Uwe Rada folgt dem historisch-geografischen Lauf dieses magischen Flusses von Minsk bis ins Kurische Haff und lässt die Städte und Landschaften beiderseits des Flusses lebendig werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.12.2010
Dieses Buch von Uwe Rada hat dem Rezensenten mit dem Kürzel "cas" wieder in Erinnerung gerufen, welch großer europäischer Fluss eigentlich aus unserem Bewusstsein entschwunden ist - und wie bedauerlich dies ist. "Kenntnisreich und mit Sympathie", meint der Rezensent, erzähle Rada von Geschichte, Literatur und Mythen des Flusses, schildert die an seinen Ufern lebenden Menschen in Polen, Weißrussland, Litauen und leistet damit eine "kulturhistorische Tiefenbohrung", die den Rezensenten beeindruckt hat.
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