Aus dem Schwedischen von Franzsika Hüther. Mit Illustrationen von Ester Eriksson. Die 11-jährige Neele zeichnet gerne in ihr Tagebuch, denn sie träumt davon, eines Tages eine Künstlerin zu sein. Genau wie ihre Tante Fanny, die Käse liebt und immer geradeheraus sagt, was sie denkt. Tante Fanny ist ganz anders als Neeles Mama, die dauernd Diät hält und genervt seufzt. Aber jetzt hat Tante Fanny ihre Lebensfreude verloren und malt keine Bilder mehr. Außerdem fühlt Neele sich von ihrer besten Freundin Nour im Stich gelassen, weil die in der Schule nur noch mit den Pferdemädchen abhängt. Manchmal kommt es Neele so vor, als wäre sie ein Aquarium voller Tränen. Dann muss sie sich schnell auf dem Schulklo einschließen, um einige Tränen loszuwerden. Überhaupt ist Neele filmreif gut im Weinen. Ob sie später vielleicht nicht nur eine berühmte Künstlerin, sondern auch ein Filmstar werden sollte?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2022
Rezensentin Ursula Scheer lernt mit Kristina Sigunsdotters und Ester Erikssons Buch das Innenleben einer depressiven Elfjährigen kennen. Was es heißt, von der besten Freundin plötzlich links liegen gelassen zu werden, vermittelt der Band laut Scheer als durchaus nicht leichte Kost, indem es dem intensiven Erleben und Ausdruck des künstlerisch begabten Mädchens in Bild und Wort folgt. Dass die Protagonistin sympathisch bleibt und die Leserin teilnimmt an ihrem Schmerz, findet Scheer gut. Dass die Erlösung im Buch das Mädchen "zur Ausgelieferten" macht, hält Scheer dagegen für problematisch.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.02.2022
Rezensentin Heike Nieder kann Neele Nilssons fiktives Tagebuch wärmstens empfehlen, und zwar sowohl begeisterten Bücherwürmern, als auch jenen, die etwas weniger Geduld beim Lesen haben. Denn Kristina Signusdotter und Ester Eriksson schaffen es, auf nur 108 Seiten in wunderbaren Worten und Bildern das "Lebensgefühl" einer Teenagerin "einzufangen", bei der es entweder heißt: Himmelhoch jauchzend oder zu Tode betrübt. Typisch Pubertät eben, so die schmunzelnde Rezensentin.
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