Herausgegeben von Wolfgang Behringer, Hartmut Lehmann und Christian Pfister. Zwischen dem 14. und dem späten 19. Jahrhundert war das Klima in Mitteleuropa von deutlich kälteren und trockeneren Wintern geprägt, als wir es heute kennen. Diese "Kleine Eiszeit" erreichte im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert ihre zweite Hauptphase: Ökologische Krisen und ihre physikalischen Folgen prägten das Leben der Menschen ebenso wie ökonomische Knappheit und ihre sozialen und demographischen Folgen. Welche sozialen Schichten wurden von der Not am stärksten betroffen und wie unterschieden sich ihre Überlebensstrategien? Wie wurden diese Krisenphänomene kulturell interpretiert und verarbeitet? Der Band sucht nach Antworten und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Diskussion um die Krisenphänomene der Frühen Neuzeit und den Zusammenhang von Klima und Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.03.2006
Aufschlüsse für die gegenwärtigen Debatten zur Erderwärmung erhofft sich Eric-Oliver Mader von diesem Band, der die viel diskutierte "Kleine Eiszeit" zwischen 1300 und 1900 in den Blick nimmt. Untersucht wird darin, inwiefern sich klimatische Verschlechterung etwa auf Alltag und Wohnkultur, auf kunstgeschichtliche Bildmotive und auf das Denken der Zeitgenossen auswirken, die, folgt man der aktuellen Forschungen, klimabedingt womöglich in einem "pessimistischen" oder gar "melancholischen" Zeitalter lebten. Diese Fragen seien nicht nur für den Geisteswissenschaftler, sondern auch für den Geophysiker interessant, betont der Rezensent. Denn sie verweisen auf das grundsätzliche methodische Problem, wie sich im Nachhinein bestimmte Klimadaten verlässlich in Beziehung zu "Wahrnehmung und Bewältigung der Ungunstperioden durch die Zeitgenossen" gesetzt werden können. Diese grundlegende Schwierigkeit der Nachgeborenen wird laut Mader hier deutlich diskutiert.
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