Nach der Konzeption Erik Petersons (1890-1960) in seiner Bonner Römerbriefvorlesung (1925) gilt der "eschatologische Vorbehalt" für die Zeit von der Auferstehung Jesu Christi bis zu unserer Leibesauferstehung: also für die Zeit unserer Neuschöpfung durch Geistsendung, Taufe und Eucharistie. Nicht zuletzt die Sakramente von Taufe und Abendmahl, deren Bedeutung über den kirchlichen Binnendiskurs hinaus kaum verständlich erscheint, erfahren bei Peterson ihre eschatologische Bestimmung als Eckpfeiler des neuen Äons, der in der Wiederkunft Christi seine Vollendung findet. Unter Heranziehung bislang unveröffentlichter Peterson-Texte entfaltet der Autor den Zusammenhang von eschatologischer Zeit und neuen Äon sowie - über Peterson hinaus - von Weltzeit und Erdzeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.10.2001
Den Verdienst des Autors sieht der Rezensent in erster Linie in der Verdeutlichung der "christologischen Fundierung" des eschatologischen Vorbehalts bei Erik Peterson. Das "nicht rein werkimmanente" Vorgehen Anglets bei der Nachzeichnung der Petersonschen Denkfigur scheint dabei opportun zu sein, gegen die Einbeziehung von Überlegungen Benjamins und Heideggers jedenfalls sowie gegen "Querbezüge zur Kunst", hat Jan-Heiner Tück nichts einzuwenden. Im Gegenteil - der Rezensent allerdings wird hier leider nicht explizit - helfen solche Bezüge womöglich, "untergründige Korrespondenzen im 'Diskurs der Moderne' aufzuweisen." Was nicht eben hilfreich ist, sagt Tück indessen freiheraus: das Fehlen jeglicher Hinweise auf die Rezeption der Petersonschen Denkfigur in der jüngeren Theologiegeschichte.
Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Florian Illies: Träume aus Feuer Tauchen wir ein in die großen Träume eines großen Mannes: Johannes Kunckel ist ein Magier und Alchemist, der daran glaubt, Gold zaubern zu können. Der brandenburgische Kurfürst…