Aus dem Schwedischen übersetzt von Kristina Maidt-Zinke und Stephan Opitz. Mit einem Nachwort von Heinrich Detering. Verse, die zwischen lebensgeschichtlicher Traulichkeit und philosophischer Weite schwingen, zwischen den Seen und Sommerwiesen der Kindheit und surrealen Traumlandschaften. Der schwedische Autor Lars Gustafsson variiert in diesem Gedichtband ein Thema des Poeten Gunnar Mascoll Silfverstolpe (1893-1942). Es sind die Kindheitssommer seines Landsmanns und Dichterkollegen in der alten Provinz Västmanland, nördlich des Mälarsees, in der Silfverstolpe und eine Generation später auch Gustafsson aufgewachsen waren - Sommer, die eine endlose Ferienzeit bedeuteten und keine Dunkelheit kannten. Von den Kindheitserinnerungen handeln diese Gedichte, vom Tönen und Klingen der Welt und von der Zeit. "Ja. Zeit vergeht. Und zwar lautlos. / Sie braucht die Uhren nicht. / Doch Uhren brauchen die Zeit."
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2025
Ein großes Vermächtnis hat der schwedische Dichter Lars Gustafsson mit seinem Werk hinterlassen, findet Rezensent Alexandru Bulucz, und diese Veröffentlichung erschließt es in schöner Weise. Die Herkunftsregion Västmanland steht in diesen Versen im Zentrum, in denen Gustafsson die "große Einsamkeit von Västmanland / mit Seen wie große Traueraugen" bedichtet. Andere Spuren führen laut Bulucz unter anderem zum schon im Titel erwähnten Dichtervorbild Gunnar Mascoll Silfverstolpe oder auch zu Johann Sebastian Bach. Gustafsson streift, so der Kritiker, Themen wie die "Intensität der Zeitwahrnehmung in besonderen Augenblicken", aber immer wieder auch die Vergänglichkeit und darüber, was von der Dichtkunst eigentlich bleibt: "Es sind die Dichter, die die Landschaft / zu etwas Vertrautem machen. Eine Landschaft / ohne Dichter bleibt fremd." Gustafsson jedenfalls lebt zum Glück in diesen Versen weiter, freut sich der Kritiker abschließend.
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