Laura Freudenthaler

Iris

Cover: Iris
Jung und Jung Verlag, Salzburg 2026
ISBN 9783990274415
Gebunden, 176 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Iris ist Schriftstellerin, sie ist viel auf Reisen, in Europa und darüber hinaus. Es sind Momente des Einverständnisses, die sie in den Begegnungen findet, die sie dabei macht. Momente der Bekräftigung in einem Leben, das sich oft am Rand der Erschöpfung bewegt. Wieder zu Hause berichtet sie von diesen Reisen, und Anton hört ihr zu und zeigt Iris seinerseits die Fotos, die er als Künstler mit schadhaften Kameras macht. Ihre Beziehung zu Anton (wie zu anderen Männern) gründet auf Abmachungen. Sie teilen vieles, auch die Lust am sexuellen Spiel mit Gewalt und Unterwerfung. Während sich Iris' Fantasie an der Geschichte der Hexenprozesse zu entzünden beginnt, drängen Erinnerungen aus ihrer Kindheit immer stärker an die Oberfläche. Bis schließlich ihr Arrangement mit Anton eine tiefe Erschütterung erfährt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 12.03.2026

In einen "großen Assoziations- und Sprachstrom" wird Rezensent Nico Bleutge in diesem Roman von Laura Freudenthaler hineingezogen. Ihrer Protagonistin, der Schriftstellerin Iris, folgt der Kritiker auf Lesenreisen nach Tirana, Belgrad, Hamburg oder Rom, aber auch in ihre Wohnung in Wien, wo sie eine sadomasochistische Liaison mit dem Künstler Anton unterhält. Die Figur wirkt "von Ängsten besetzt" wie frühere Protagonistinnen Freudenthalers, allerdings blickt sie mit ihrer "analytischen Ader" auf die Welt, die die Autorin in 13 Kapiteln beschreibt (jedes besteht aus einem einzigen Satz!). Ein beeindruckendes Buch, so Bleutge anerkennend, geprägt von "Verschiebungen, Brüchen und Überlagerungen", aber auch Gewaltdynamiken, die nicht nur in der Beziehung zu Anton, sondern auch in der Thematisierung beispielweise des Ukrainekriegs hervortreten. In Alpträumen von Iris kommen horrorartige Szenen vor, die den Kritiker bisweilen an einen David Lynch-Film denken lassen: eine "gemartete Welt" wird hier sichtbar und trotzdem gelingt es Freudenthaler in ihren ellenlangen Sätzen immer wieder, "Hierarchisierungen und Gewaltverhältnisse" zu untergraben, schließt der Kritiker. 

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