Aus dem Englischen von Sabine Hübner. Der Erste Weltkrieg geht zu Ende, und eine weitere Katastrophe fordert viele Millionen Tote: die Spanische Grippe. Binnen weniger Wochen erkrankt ein Drittel der Weltbevölkerung. Trotzdem sind die Auswirkungen auf Gesellschaft, Politik und Kultur weitgehend unbekannt. Ob in Europa, Asien oder Afrika, an vielen Orten brachte die Grippe die Machtverhältnisse ins Wanken, womöglich beeinflusste sie die Verhandlung des Versailler Vertrags und verursachte Modernisierungsbewegungen. Anhand von Schicksalen auf der ganzen Welt öffnet Laura Spinney das Panorama dieser Epoche.
Laut Rezensent Alexander Gallus wollte Laura Spinney mit ihrem Buch "1918. Die Welt im Fieber" zeigen, dass die Spanische Grippe ein folgenreiches Ereignis für das gesellschaftliche und politische Leben zwischen den Weltkriegen war, auch wenn sie heute kaum erinnert wird. Diesen Anspruch fand der Rezensent offensichtlich gerechtfertigt, denn schließlich habe die Pandemie mehr Tote gefordert als der Erste Weltkrieg, erklärt Gallus. Die Auswirkungen der Grippe auf das Weltgeschehen übertreibt die Autorin in seinen Augen dabei allerdings ab und an, auch wenn sie einige ihrer angenommenen Zusammenhänge seiner Meinung nach durchaus plausibel und gut recherchiert präsentiert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.02.2018
Rezensent Stephan Speicher ist enttäuscht von Laura Spinneys Geschichte der Spanischen Grippe. Die im Titel angedeutete politische und kulturelle Erhöhung der Grippe gelingt der Autorin nicht, findet er. Außer ein paar "pittoreske" Einzelfälle und jede Menge sachliche Fehler, gedankliche Unschärfe und "Wurstigkeit" hat ihm Spinney nicht viel zu bieten. Am besten gefällt Speicher das Buch bei der medizinischen Behandlung des Themas. Hier erfährt er etwa, wie das Virus die Artengrenze übersprang.
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