Laurenz Lütteken

Mozart

Leben und Musik im Zeitalter der Aufklärung
Cover: Mozart
C.H. Beck Verlag, München 2017
ISBN 9783406711718
Gebunden, 296 Seiten, 26,95 EUR

Klappentext

Geprägt von den vielfältigen Erfahrungen seiner Reisen als "Wunderkind" findet Mozart im Wien der 1780er Jahre - in einer Atmosphäre radikaler Reformen, entgrenzter Toleranz und lebhaften Meinungsaustausches in Publizistik und Salons - den idealen Schauplatz für seine Selbstverwirklichung. Er verwischt Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Leben, bürgerlichem und höfischem Publikum und macht sich mit seiner Musik zum zentralen Protagonisten des sich neu erfindenden Wien. In seinen Werken führt er Diskussionen über die Rolle der Musik unter den Künsten, ihre moralischen Qualitäten oder ihre Fähigkeit, Wirklichkeit darzustellen, künstlerisch weiter und treibt sie auf die Spitze.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.12.2017

Laurenz Lüttekens soziohistorische Studie "Mozart" kann bei weitem nicht für sich beanspruchen, die erste Auseinandersetzung mit dem großen Komponisten zu sein, erklärt Rezensent Helmut Mauró. Doch glänzt das anspruchsvolle und detaillierte Buch mit seiner großen Sorgfalt und bietet vielleicht sogar dem belesenen Mozart-Experten eine neue Perspektive, ermuntert der Rezensent zur Lektüre. Statt sich auf das familiäre Umfeld zu beschränken, geht Lüttekens weiter: Musik im Wandel, Aufklärung und aristotelisches Kunstideal der formschönen Naturnachahmung bieten den weitreichenden Hintergrund für die enorm strukturierte Neuordnung der historischen Dokumente, lobt der Rezensent, die ihm auch das tragische Ende des Genies in ein neues Licht stellen und fast schon als logische Schlussfolgerung wirken lassen, "so kalt, so leer" ließen Mozart am Ende seine eigene Kompositionen. Und so unglücklich war er, erkennt der bekümmerte Rezensent, dass sein Ende sich wie ein "psychisch-metaphysischer Selbstmord" lesen lässt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2017

Peter Gülke lernt Mozart als Zeitgenosse kennen in dem Buch von Laurenz Lütteken. Staunenswert ist für Gülke nicht nur Lüttekens stringente, kluge Argumentation und methodische Sorgfalt, sondern auch die Ergebnisse solcher Betrachtung. So manche in Stein gemeißelte Feststellung der Mozart-Exegese gerät ins Wanken, meint Gülke. Briefzuordnungen, Werk-Deutungen, die Salzburger Verhältnisse und mehr - die Umsicht, Sorgfalt und Wagemut des Autors flößen dem Rezensenten Respekt ein und lassen ihn Mozart in neuem Licht erscheinen.

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