Ein heißer Sommer in Salzburg 1935. Drei Jahre vor dem Anschluß wirbt die Festspielstadt damit, sie sei noch eine Insel der Seligen. Auf Schloß Leopoldskron treffen außergewöhnliche Menschen zusammen, die nicht nur ihre durch Hitler bedrohte Gegenwart, sondern auch ihre Vergangenheit verbindet: Max Reinhardt und Helene Thimig, Alma Mahler-Werfel und Franz Werfel, Eleonora von Mendelssohn und ihr Bruder Francesco, Carl Zuckmayr, Ferenc Molnßr und Kurt Weill. Und der alte, aber sexuell rastlose Maestro Toscanini, Weltstar und Frauenheld, Antifaschist und selbst Diktator.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.04.2007
Martin Halter attestiert Lea Singer für ihren neuen Roman, dass sie sich im gewählten Milieu - die Künstlerszene um Max Reinhardt 1935 - gut auskennt und auch fraglos Schreibtalent hat. Alles, was Rang und Namen in der Musikwelt hat, kommt bei ihr zum Auftritt und kann in einem letzten Festspielsommer, vor Naziterror, Exil und Krieg, noch einmal im dekadenten Luxus schwelgen und seinen pikanten Liebesgeschichten nachgehen, fasst der Rezensent zusammen. Mit ihrer Methode, aus Lebenserinnerungen und Biografien Intimes über alle Beteiligte zutage zu fördern und in zum Teil wörtlichen Zitaten in ihren Roman zu integrieren, biete zwar durchaus interessante Einblicke ins Intimleben der Beteiligten und man müsse der Autorin zugestehen, dass sie gründlich recherchiert habe. Trotzdem findet Halter, dass als Ergebnis kein "guter Roman", sondern allenfalls ein Stück Kulturgeschichte oder - schlimmer - eine Ansammlung von Klatsch-Geschichten herausgekommen ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.11.2006
Wieder einmal lasse Lea Singer historische Personen in einer fiktiven Inszenierung auftreten, führt uns Rezensentin Laura Weissmüller in die aparte Sachlage des Jahres 1935 ein. Der Ort der Handlung, Schloss Leopoldskron, hat tatsächlich Max Reinhardt gehört, der im Roman eine illustre Runde von Stars und Sternchen zur Festivalzeit in Salzburg als Gastgeber eingeladen habe. Der Rezensentin zufolge gelingt der Autorin nun das schier Unmögliche, es werde keineswegs kitschig, obwohl die vielen geistreichen Menschen viele geistreiche Dialoge führten und überhaupt alles wie aus dem Ei gepellt wirke. Mit "charmanter Leichtigkeit" und viel Esprit entwerfe die Autorin eine Art "Barockgemälde", das nur in seiner Handlung ein wenig zu inszeniert wirke. Mit ihrer gelungenen Sprache, so die Rezensentin, verwandle Lea Singer das artifizielle "Gesellschaftsstück" jedoch zu einer stets unterhaltsamen Lektüre.
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