Aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee. Der Privatdetektiv Ki-Hyeon bekommt endlich einen Auftrag: Er soll eine Frau beschatten. Der Kunde bleibt anonym, und als er die Frau zu Gesicht bekommt, schreckt er zurück: Es ist seine Mutter. Soll er den Auftrag annehmen? Schicht um Schicht taucht er ein in die Geheimnisse seiner Nächsten. War es wirklich ein Unfall, dass sein Bruder, ein talentierter Fotograf, in der Armee beide Beine verlor? Warum ist das Mädchen verschwunden, das vor dem Unfall des Bruders große Liebe war? Und wer ist der große Unbekannte, der im Leben der Mutter auftaucht, als gehöre er mit zur Familie? Was weiß der Vater, der fast wortlos seine Rolle in diesem beklemmenden Familienverbund spielt?
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.07.2014
Rudolf Bussmann freut sich über die deutsche Übersetzung dieses Romans von Lee Sung-U. Das Buch schafft es seiner Meinung nach, östliche Spiritualität und christliche Ethik in einer Geschichte aus dem koreanischen Alltag während der Militärdiktatur zu vereinen. Die leicht überzogene Symbolik und die Momente griechischer Mythologie im Text scheinen Bussmann zwar entbehrlich zu sein. Die zurückhaltende Sprache und die gelungene Dramaturgie jedoch überzeugen ihn von dem Buch und lassen ihn die Geschichte einer rätselhaften Familie voller Spannungen als spannende Synthese zwischen östlichem und westlichem Denken erleben.
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