Leif GW Persson

Zwischen der Sehnsucht des Sommers und der Kälte des Winters

Roman
Cover: Zwischen der Sehnsucht des Sommers und der Kälte des Winters
btb, München 2005
ISBN 9783442751402
Gebunden, 696 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs. Stockholm, ein Freitagabend im November: John Krassner, amerikanischer Journalist aus Albany, ist aus dem fünfzehnten Stock eines Studentenwohnheims gesprungen. Unfall? Oder Mord? Für die herbeigerufene Polizei ist die Sache schnell klar: Der Mann ist freiwillig aus dem Leben geschieden. Noch dazu hat er eine äußerst poetische Abschiedsnotiz hinterlassen. Er habe sein Leben zwischen der Sehnsucht des Sommers und der Kälte des Winters verbracht. Etwas kryptisch zwar, aber dennoch eindeutig ein Zeichen des Abschieds. Die Sache wird zu den Akten gelegt. Aber einer der höchsten Beamten, Kriminaldirektor Lars M. Johansson, momentan damit beauftragt, Ungereimtheiten in der Behörde selbst aufzuklären, traut dem Frieden nicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.05.2005

Thomas Steinfeld gibt sich als leidenschaftlicher Anhänger des schwedischen Krimis zu erkennen, der seiner Meinung nach längst von Soziologen, Politologen und Pädagogen die Aufgabe übernommen hat, soziale Misststände anzuprangern. Leif GW Persson nun ist Professor an der Polizeihochschule in Stockholm, und Steinfelnd spekuliert, ob da nicht jemand mit politischen Ambitionen auf die Idee gekommen sei, die "jakobinische Wucht" des Genres für sich nutzbar zu machen. Wie auch immer: Sein Roman behandelt den Mord an Olof Palme, wobei er die These verfolgt, dass ein rechtsradikaler Kader innerhalb der schwedischen Polizei hinter dem Mord steht. Beträchtliche Spannung bescheinigt Steinfeld dem Krimi, der dabei zur Freude des Rezensenten auch mit den "zivilen Tugenden" abrechnet, "die zumindest die schwedische Politik sich noch immer zugute hält". Nur die Übersetzung findet Steinfeld missglückt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 02.04.2005

Rezensent Kolja Mensing zeigt sich begeistert von diesem Krimi, der seiner Meinung nach "einer der intelligentesten politischen Thriller der Saison" ist. Die Geschichte dreht sich um den nach wie vor unaufgeklärten Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme, der allerdings vom Autor Leif GW Persson nie namentlich erwähnt werde. Persson kennt sich mit dem Mord an Palme bestens aus, lesen wir, weil er Professor für Kriminologie und Berater der obersten Polizeibehörde ist. Seine herausragende Leistung besteht nach Mensings Ansicht aber nicht darin, dass er "eine weitere Verschwörungstheorie literarisch aufarbeitet", sondern dass er einige Mythen, die die schwedische Gesellschaft über sich pflegt, aufarbeitet. Eine "moralische Supermacht" - so sieht sich die der Neutralität verpflichtete Nation gerne selbst, behauptet Mensing - sei Schweden für den Autor jedenfalls nicht, eher ein "von Rassismus und Ressentiments zerfressenen Land". So ist das für das Genre angenehm langsame Buch in Mensings Augen "ein erschreckend realistischer Thriller" geworden.

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