Aus dem Schwedischen von Paul Berf. Wird Barbarotti kaltgestellt? Aufs Abstellgleis befördert? Nach einem persönlichen Schicksalsschlag mit privaten Problemen beschäftigt, erhält er von seinem Vorgesetzten die Anweisung, sich mit dem Fall eines fünf Jahre zuvor spurlos verschwundenen Elektrikers zu beschäftigen, als er wieder seinen Dienst antritt. Nicht nur Kollegin Backman fragt sich, ob es sich hierbei nicht nur um eine Form von Beschäftigungstherapie für einen trauernden und labilen Kollegen handelt. Und zunächst sieht es auch ganz so aus, als sei Barbarotti nun zum Spezialisten für sogenannte "kalte Fälle" geworden, denen man nur routinemäßig nachgeht. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens lebte besagter Elektriker nämlich mit einer Frau zusammen, die bereits einmal einen Mord begangen und dafür elf Jahre im Gefängnis gesessen hatte. Doch ohne Leiche keine Mörderin. Beweisen konnte man ihr in diesem Fall nichts.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.03.2013
Hakan Nesser erwägt, sich aus dem Krimi-Genre zurückzuziehen, berichtet Rezensent Hannes Hintermeier, der allein deshalb die Lektüre des neuen Romans "Am Abend des Mordes" empfehlen kann. Zugleich ist der Kritiker aber auch einmal mehr eingenommen von der gewohnten Mischung aus leiser Spannung und philosophischem Anspruch, die auch den fünften und letzten Fall Gunnar Barbarottis bestimmen. Und so liest Hintermeier gebannt, wie der nach dem plötzlichen Tod seiner Frau äußerst angeschlagene Kriminalinspektor mit Hilfe seines Trauertherapeuten und noch mehr Gottvertrauen versucht, den Mord am ersten Mann der als "Schlächterin von Klein-Burma" bekannten Ellen Bjarnebo und das spurlose Verschwinden ihres zweiten Mannes aufzuklären. Wieder einmal beweist Nesser auf beeindruckende Weise, dass er mit seinem "verknappten" Stil Atmosphäre schaffen kann, lobt der eingenommene Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 11.12.2012
Rezensentin Sylvia Staude empfiehlt uns Hakan Nesser als den Philosophen unter den schwedischen Krimiautoren. Statt bestialischer Serienmorde also Nachdenken über Gott und die Welt. Angekündigt ist "Am Abend des Mordes" als letzter Krimi in der Reihe mit Kommissar Barbarotti, der durch den Tod seiner Frau aus der Bahn geworfen wurde. Staude gefällt das reduzierte Tempo in diesem Roman, immer wieder kommt Barbarotti von seinen Ermittlungen in einem alten Fall ab. Bei all den alkoholkranken, depressiven Ermittlern - "warum nicht mal einen ganz normal Trauernder?", fragt Staude und freut sich, dass der Krimi bei aller Gemächlichkeit doch auch mit einigen überraschenden Wendungen aufwartet.
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