Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.07.2003
In Deutschland wurde die sudanesische Schriftstellerin Leila Aboulela vor allem durch ihren Roman "Der Übersetzer" bekannt, erklärt der Rezensent Heinz Hug. Nun sei ein Band mit elf ihrer Kurzgeschichten erschienen, darunter der schon einmal veröffentlichte Text "Museum". Thematisch, so der Rezensent, knüpfen die Geschichten an den Roman an, in dem "Befremden" und "Entfremdung" eine zentrale Rolle spielen. Doch gehe es nicht nur um die Fremdheit der Kulturen untereinander, Aboulela setze tiefer an, schon innerhalb der Kulturen. Besonders gefallen hat dem Rezensenten, dass das Thema der Fremdheit nicht an "schrillen" Motiven aufgehängt, oder "schwarzweiß" gezeichnet wird, sondern auf komplexe, schlichte und "subtile" Weise. Trotz des eher "getragenen Tons" orientiere sich Aboulela keineswegs an "arabischen oder afrikanischen Erzählmustern". "Spielend" beherrsche sie die europäischen Erzählgepflogenheiten - variierte Erzählinstanzen und Verschränkung der Zeitebenen -, so das gnädige Lob des Rezensenten. Am interessantesten wird es für ihn da, wo Aboulela die "Schwachstellen" der westlichen Kultur berührt, nämlich "der fehlende Respekt vor dem Leben, der nachlässige Umgang mit einer weitgehenden individuellen Freiheit, der Mangel an Behutsamkeit im Umgang mit Menschen und Dingen".
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…