Herausgegeben von Ursula Apitzsch, Micha Brumlik, Eckhard Dittrich. Bearbeitet von Frank O. Radtke.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.03.2001
Längst ist es überfällig, dass sich die empirische Sozialforschung davon distanziert, rechtsextreme Gewalt auf Modernisierungsverlierer und jugendliche Provokateure zu reduzieren, meint Gottfried Oy. Lena Inowlocki hat das getan, indem sie mit Interviews, Einzelfall- und Gruppenanalysen sowie ethnografischen Beobachtungen historische und familiengeschichtliche Erfahrungen von Rechtsextremen untersucht hat, berichtet der Rezensent. Interessant ist, so Oy, dass sich alle Befragten in die NS-Geschichte "hineinreden". Ihr Weltbild basiere auf dem ihrer Eltern und Großeltern. Rechtsextremismus hat demnach eine Tradition und ist ein Problem, dass in der gesamten Gesellschaft begründet liegt. Inowlockis Studie zeige das deutlich, so der Rezensent. Allerdings findet er es schade, dass die Autorin die Interviews vor zwanzig Jahren geführt hat und ihren Ergebnissen lediglich eine aktuelle Fallstudie gegenüberstellt.
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