Der Gemeindearzt eines abgelegenen westfälischen Dorfes, Dr. Amberg, begegnet in den 1930er Jahren dem Freiherrn von Malchin, einem Sonderling, der in jahrelangen chemischen Experimenten der Natur das Mittel zur Wiederentdeckung der Glaubensinbrunst abgerungen haben will. Es handelt sich dabei um die Getreideseuche Muttergottesbrand, bekannt auch als St. Petri-Schnee. Hin und hergerissen zwischen Faszination und kritischem Bewusstsein, erlebt der Arzt, wie Malchin die Menschen an den Rand einer Katastrophe führt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007
Ob es nun dem Delirium während einer Fieberattacke entstammt oder wirklich passiert ist - "souverän" lässt es Leo Perutz in der Schwebe, ob sein Held tatsächlich miterlebt hatte, wie ein Baron an einer Droge bastelte, die die Menschen wieder gottesgläubig machen sollte. Alles geht schief, ein Aufstand der Bolschewiki ist die Folge. Perutz vermag es, das Stilmittel der Kolportage gekonnt einzusetzen, lobt Rezensentin Daniela Strigl. Perutz könne auf verschiedenen Klaviaturen spielen und sei alles auf einmal: "moderner Romantiker, magischer Realist und Reißbrettkonstrukteur".
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