Aus dem Französischen von Elke Wehr. Mit einem Vorwort von Jorge L. Borges. Bissig, polemisch und psychologisch hoch spannend sind die Geschichten von Leon Bloy. Er schildert den meist vorbildlichen Charakter seiner Protagonisten, um dann, durch eine unerwartete Wendung, den wahren Menschen zu zeigen: Plötzlich wird aus dem liebenden Sohn ein Vatermörder, die bewunderte Schwester entpuppt sich als Prostituierte und die angesehene Geschäftsfrau betreibt in Wirklichkeit ein Bordell.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.06.2007
Ein bisschen zuviel wurde es Rezensent Burkhard Müller bei der Lektüre von Leon Bloys "Unliebsamen Geschichten", die im Rahmen von Jorge Luis Borges' Bibliothek von Babel herausgegeben wurden. In den Geschichten des 1846 geborenen Autors wird auf mannigfaltige Weise das Böse illustriert, wie der Rezensent anhand von zahlreichen Beispielen zu berichten weiß. So vergiftet eine Mutter ihren Sohn, denunziert eine Tochter ihren Vater und lässt ein Sohn seinen Vater einäschern, obwohl dieser noch lebt, erzählt der Rezensent. Er findet die Geschichten zunächst durchaus unterhaltsam, wenn jedoch Schandtat auf die nächste und ein Mörder auf den anderen folgt, fehlt ihm nach einiger Zeit "die Tiefendimension des Moralischen". Zusammengenommen erscheinen die Erzählungen dem Rezensenten bei aller Unterhaltsamkeit daher eindimensional und frivol.
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