Herausgegeben von Axel Freiherr von Campenhausen, Ilona Riedel-Spangenberger, P. Reinhold Sebott unter Mitarbeit von Heribert Hallermann.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.07.2000
Viele Fragen hat der Rezensent Friedrich Wilhelm Graf an die Herausgeber dieses Bandes und so manches an ihm auszusetzen. Das entscheidende Kriterium für die Qualität eines solchen Lexikons, das sich interkonfessionell versteht, ist für Graf nämlich die Präzision, mit der die Differenz zwischen protestantischer und katholischer Auffassung des Kirchenrechts verdeutlicht wird. In dieser Hinsicht scheint er zunächst ganz und gar unzufrieden, während er am Ende zugibt: die verschiedenen Eintragungen sind deutlich genug, nur im Vorwort wird "der Schein theologischer Unbestimmtheit erzeugt". Viele Fragen des Rezensenten zielen zudem auf die Entscheidungskriterien, nach dem Stichworte aufgenommen sind: zur Ehe sind es "insgesamt einundvierzig", was hindeutet auf ein "sakramentales", also katholisches Verständnis der Ehe, während Begriffe wie "Frömmigkeit" oder "christlicher Staat", wie sie für den historischen Diskurs der Lutheraner von Bedeutung sind, gänzlich fehlen. Manches Stichwort ist von der "Binnenperspektive kirchlicher Amtsträger" geschrieben, dennoch fehlen klare Darstellungen zu aktuellen Konflikten wie dem des innerkatholischen Streits zur Abtreibung. Insgesamt, findet Graf, bietet das Lexikon eher "additive Zusammenstellungen" als "präzise Vergleiche". Trotz aller konfessionellen Differenzen sind die Mehrzahl der theologischen Begriffe, so urteilt der Rezensent, "von konservativen Autoren erläutert", was aber immerhin zu einer "theologiepolitischen Einheitlichkeit" führt.
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