Hermann Kant,1926 in Hamburg geboren, ist ein Phänomen deutsch-deutscher Teilung und ihrer Folgen. In den Jahren des geteilten Deutschland schätzte man den Schriftsteller auf beiden Seiten der im Kalten Krieg spannungsvoll ver-bundenen politischen Blöcke. Seine Romane und Erzählungen wurden in Ost und West fast zeitgleich in hohen Auflagen gedruckt. Der Schriftsteller und Politiker gehörte zu der Gruppe von Künstlern und Intellektuellen, die die DDR wollten - alternativ zur kapitalistisch überformten Westdemokratie. Als Präsident des DDR Schriftstellerverbands (1978-1990) löste der streitbare Sozialist seine Aufgaben mit Eigensinn, ohne jedoch die Parteilinie demonstrativ zu verlassen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.08.2013
Sabine Brandt geht nicht gerade zimperlich ins Gericht mit der allzu unkritischen Biografin. Ihr Vorwurf, Linde Salber, Jahrgang '44 sei ja nicht dabei gewesen, etwa bei den Ausschlusssitzungen des DDR-Schriftstellerverbands unter der Leitung von Hermann Kant, ist zwar etwas seltsam, aber dass sich die Rezensentin kritisches Nachfragen gewünscht hätte, wo Salber nur wiederkäuendes Geplauder bietet, scheint nur zu verständlich. Für eine rein hagiografische Behandlung scheint Hermann Kant der Rezensentin berechtigterweise dann doch eine zu heikle Gestalt der DDR-Kultur. Die mit dieser sehr umfangreichen Biografie auch angebotenen Einblicke in ein Stück deutscher Geschichte nimmt Brandt gerne an.
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