Max Frisch prägte die deutschsprachige Literatur in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts so nachhaltig wie kaum ein anderer. Seine Texte sind längst zur Schullektüre geworden. Seine Stücke, Romane, Tagebücher und Essays spiegeln das kritische Programm einer konsequenten Suche nach Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung. Seine Arbeit begriff er als "Erforschung in eine Terra incognita hinein, die man selber ist". In einer immer wieder bewußt vollzogenen Abgrenzung gegenüber Vergangenem führt auch Frischs eigener Lebensweg vor Augen, daß eine Person mehr ist als das, was die äußeren Fakten unter Beweis zu stellen scheinen. Leben "summiert sich aus Handlungen, die zufällig sind ... es hätte immer auch anders sein können, es gibt keine Handlung und Unterlassung, die für die Zukunft nicht Varianten zuließe".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2001
Nicht zufrieden zeigt sich der Rezensent, der mit dem Kürzel "bmal" zeichnet, mit einer neu erschienenen Biografie über Max Frisch. Der Rezensent spricht von "lauwarmem Biografismus", der kaum Einblicke in den Werkzusammenhang bieten würde. Auch würde das Verhältnis von Frisch zu Ingeborg Bachmann voyeuristisch ausgeschlachtet und der leichte Duktus dieser Biografie würde kaum "dem Geist des Utopischen, den Frisch so gerne beschwor", gerecht.
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