Aus dem Amerikanischen von Reinhard Brenneke und Barbara von Reibnitz. Der Ideenhistoriker Lionel Gossman schreibt die Stadtgeschichte Basel im 19. Jahrhundert als intellectual history ihrer vier "unzeitgemäßen" Meisterdenker Bachofen, Burckhardt, Nietzsche und Overbeck. Der erste Teil des Buches widmet sich der städtischen Entwicklung. Daran anknüpfend, zeigt Gossman in ausführlichen biografisch-werkgeschichtlichen Kapiteln, wie die intellektuellen Haltungen seiner Protagonisten auf die historische Situation vor Ort zu beziehen sind und wie sie im europäischen Kontext situiert sind.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2006
Nicht aus einem Guss, aber anregend und anspruchsvoll sei Lionel Gossmans Baselporträt anhand seiner vier unzeitgemäßen Geisteswissenschaftler, heißt es bei Rezensent Thomas Maissen. Wenn der Autor Basel mit Jacob Burckhardt, Johann Jakob Bachofen, Friedrich Nietzsche und Franz Overbeck kontrastiere, dann diese mit ihren damals weit berühmteren Kollegen in Berlin. Die Universität Basel, referiert Maissen, sei gewissermaßen zu arm gewesen, um sich "Berliner" leisten zu können, und als Kaufmannsstadt zu kosmopolitisch, um nicht doch mehr zu wollen. Aus Berliner Sicht seien die Basler hoffnungslos altmodisch gewesen und beispielsweise Nietzsches "Geburt der Tragödie" schlicht nicht auf der Höhe des Forschungstandes. Die Basler wiederum pflegten sehr bewusst einen altmodischen Wissenschaftsuniversalismus nach Humboldtschen Vorbild. Für dieses nicht Mitmachen mit der Moderne sei natürlich Basel ein geeigneter Rückzugsort gewesen, unter dessen "metallnen Handelsgeist" und kultureller Beschränktheit die vier Männer gleichwohl litten. Als einheimische Basler, so der Rezensent, seien Bachhofen und Burckhardt zudem eingefleischte Skeptiker einer Verschmelzung von "Kulturvolk und Nationalstaat" gewesen, und als großbürgerlich elitäre Republikaner auch Gegner einer "demagogischen" und freiheitsberaubenden Demokratie.
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