Herausgegeben von Roberto Simanowski. Worauf um alles in der Welt zielt ein Wettbewerb für digitale Literatur? Geschichten und Gedichte, die am Computer geschrieben wurden? Hypertexte? Multimedia? Mitschreibeprojekte? Warum heißt es nicht Netzliteratur? Und inwiefern handelt es sichüberhaupt noch um Literatur, wenn das Wort doch immer mehr dem Bild entweicht? Warum nicht einfach Netzkunst? Oder Interfictions?Die Beiträge des im Frühjahr 2001 von T-Online und dtv ausgeschriebenen Wettbewerbs Literatur.digital, die auf der beigelegten CD-ROM versammelt sind, zeigen Möglichkeiten auf, was die Zukunft digitaler Literatur bringen könnte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.11.2002
Sebastian Domsch hat Buch und CD-ROM zur digitalen Literatur mit großer Spannung in die Hand genommen, hat aber insgesamt viel zu meckern. Die Beiträge des Buches findet er größtenteils überflüssig beziehungsweise uninteressant, ihm hätte es ausgereicht, die Einleitung des Herausgebers und die Bedingungen des Wettbewerbs, aus dem die digitalen Texte entstanden sind, nachzulesen. Allerdings ist er auch von den Wettbewerbsbeiträgen auf der CD insgesamt etwas enttäuscht, weil er die intensive Auseinandersetzung mit dem Medium vermisst. Dennoch hat er in den "geglücktesten Momenten", wie bei dem Beitrag von Julius Raabe, der sich in "Knittelversen" einem Bild von Grosz nähert, so etwas wie eine Ausnutzung der Möglichkeiten von Form und Inhalt gefunden, was seiner Ansicht nach aber eine Ausnahme bleibt. Die meisten Beiträge versuchen zu verschleiern, dass sie letztlich nicht mehr als Texte sind, auch wenn sie von Ton oder Bildern begleitet werden, so der Rezensent unzufrieden. Trotzdem hält Domsch das Buch nebst CD-ROM für eine "gute Einstiegshilfe", mit denen man sich diesem noch immer unterentwickelten literarischen Bereich nähern kann, wie er betont.
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