Aus dem Schwedischen von Katharina Erben. In Der Ursprung der Welt zeichnet die Autorin Liv Strömquist die Kulturgeschichte der Vulva nach - von der Bibel bis Freud, vom unbeholfenen Biologieunterricht bis hin zur aktuellen Tamponwerbung.
Sie bedient sich des Mediums Comic, um in sieben Episoden auf nonchalante und scharfsinnige Art die noch immer geltenden patriarchalen Machtverhältnisse in Frage zu stellen und bestehende Probleme pointiert zu benennen.
Rezensent Jan Drees versichert, dass der Doppelband mit den beiden großen Erfolgen der schwedischen Illustratorin Liv Strömquist auch etwas für Männer ist, obwohl (oder vielleicht gerade weil) er sich auf über 280 Seiten mit nichts als "der Liebe und dem weiblichen Genital" auseinandersetzt. So humorvoll, wie die Autorin noch die hanebüchensten Irrtümer von Männern über die Vulva beschreibt, erscheint ihm das Buch als höchst unterhaltsame Aufklärungsliteratur, die er nicht nur Feministinnen ans Herz legt.
Dass der Feminismus das Potential textlicher Erscheinungsformen noch nicht ganz ausgeschöpft hat, beweisen Rezensentin Jana Luck die Comicbände der schwedischen Autorin und Zeichnerin Liv Strömquist. Einen "grafischen Essay" nennt sie Strömquists "Der Ursprung der Liebe", denn hier führt die Autorin philosophische, psychologische und soziologische Überlegungen, Diskurse und Theorien mit dem Leben und Streben der Stars und Medienfiguren zusammen und erklärt, warum uns das Narrativ der glücklichen Liebe bzw. die Suche danach so fasziniert und in Atem hält, lesen wir. Dabei, erklärt Luck, arbeitet die Comiczeichnerin collagenhaft, setzt Bekanntes in ungewöhnliche Zusammenhänge und schafft es so, den Leser zu einem Perspektivwechsel, einem Umdenken zu bewegen. Ganz ähnlich funktioniere Strömquists älterer Band "Der Ursprung der Welt". Bewegend und provokant sind ihre Comics und immer eine Bereicherung, so die begeisterte Rezensentin.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.01.2018
Christian Gasser empfiehlt den Comic von Liv Strömquist als propädeutische Kulturgeschichte der Vulva. Umfassend recherchiert, mit feministischer Verve gezeichnet und mit ätzendem Sarkasmus gewürzt, erzählt der Band laut Gasser nicht zuletzt von der Unterdrückung und Pathologisierung weiblicher Sexualität, von den Stereotypen und Vorurteilen aus Biologie, Psychoanalyse, Kunst und Religion. Dem Rezensenten sträuben sich die Haare angesichts der präsentierten Absurditäten. Aufschlussreich, unterhaltsam, informativ, aufklärerisch und witzig, versichert Gasser.
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