Aus dem Hebräischen von Markus Lemke. Eine Frau befreit sich aus dem Selbstbetrug ihres Lebens. Tag für Tag steht Rivi Greenfeld am Fenster ihrer Wohnung und beobachtet das Treiben der Menschen auf der Straße. Doch inzwischen ist Neve Tzedek das angesagteste Viertel Tel Avivs, eine junge Unternehmerin will das Gebäude abreißen lassen, Rivi soll diesen Ort verlassen, der ihr ganzes Leben, all ihre Erinnerungen birgt. Aber Rivi ist eine kämpferische Frau: Als aller Widerstand zwecklos wird, beginnt sie, den Menschen zu schreiben, die ihr etwas bedeutet haben. Davon, wie ihr einst mächtige Männer des Landes verfielen, sie viele weitere behelligten - und sie am Ende ihres Lebens doch allein ist. Erst im Schreiben wird ihr klar, wie schwer sie an ihrer Rolle als Frau trug. Sie findet einen Weg, ihr Leben neu zu erzählen.
Rezensentin Shirin Sojitrawalla gibt zu, dass Lizzie Dorons Buch kein großartiger Roman ist. Ein Buch zum Schmunzeln und Nachsinnen ist es aber dennoch, meint die Rezensentin. Den wehmütigen Lebensrückblick der Protagonistin, die in Tel Aviv auf den Abriss ihres Wohnhauses wartet, gestaltet die Autorin laut Rezensentin als ein zwischen Privatem und der Geschichte Israels mäanderndes Selbstgespräch. Witzig und stark erscheint ihr die Ich-Erzählerin und erinnert sie an Beauvoirs "Eine gebrochene Frau". Trotz der Schwere der Erinnerungen eine leicht verdauliche Lektüre, so Sojitrawalla.
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