Aus dem Russischen von Clara Drechsler und Harald Hellmann. Das Licht erlischt im ganzen Haus - Stromausfall. Angela huscht aus der Wohnung ihres Mannes zu ihrem Geliebten, dem Elektriker. Schura klaut im Schutz der Dunkelheit das Boef Stroganoff aus der Gemeinschaftsküche. Ein Nachbar klopft vergeblich beim Elektriker. Und der blinde Kowarski stellt seinen Kassettenrecorder auf Batteriebetrieb. Er braucht kein Licht. Für Galina Andrejewna aber bedeuten die Minuten erzwungener Finsternis, schlagartig die Tragödie ihres Lebens zu erkennen. Ljudmila Ulitzkaja schreibt Geschichten aus dem wahren, ach so normalen Leben - erzählt mit lakonischem Witz und liebevoller Sympathie.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.04.2008
Samuel Moser weht aus dem Erzählungsband von Ljudmila Ulitzkaja der Märchenton einer "ironischen Realistin" aus dem 19. Jahrhundert an, was er durchaus nicht als Kritik verstanden wissen will. Er preist die Souveränität, mit der die russische Autorin ihre "auktoriale" Erzählweise pflegt. Ihr Interesse gilt dem "Menschlichen", und sie beweist dabei Empathie, genaue Beobachtungsgabe und eine Portion "selbstironischen Humor", so Moser angetan. Besonders fasziniert hat ihn die Gabe Ulitzkajas, den Tonfall ihrer Geschichten behutsam zu verschieben, so dass aus einer durchaus komischen Ausgangssituation eine tragische Geschichte wird, die aber doch noch in einer Leichtigkeit endet, die dann die "wahre Tragödie" birgt, wie im Fall der Erzählung über einen beinlosen Trinker, der von der eigenen Tochter durchaus in Tötungsabsicht von der Leiter gestoßen wird.
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