Aus dem Englischen von Christian Filips und Joachim Sartorius. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Bernhard Beutler. Von Ezra Pound stark beeinflusst, setzte Louis Dudek in seiner "poetry of commonplace" alltägliche Beobachtungen in poetische Sprache um - selten meditativ, oft assoziativ, fast immer didaktisch. Der erste Teil des vorliegenden Buches versammelt rund vierzig der insgesamt fünfhundert Gedichte, die Dudek selbst in seinen Anthologien als die wichtigsten seines Lebens bezeichnet hat - es sind dies Auszüge aus den Langgedichten und Journalen tatsächlicher bzw. fiktiver Reisen: In "Europe" (1954) kehrt Dudek zurück zu den Wurzeln des Abendlandes; in "Atlantis" (1967) geht es um die ewige Sinnfrage des Lebens. Ein zweiter Teil des Bandes zeigt Dudek als kritischen Beobachter seiner eigenen Zunft. Den Schluss bilden Beispiele seiner lebenslangen, sehr intensiven, oft sarkastischen Auseinandersetzung mit dem Tod.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.05.2007
Nico Bleutge preist den Elfenbein-Verlag, dass er mit seiner zweisprachigen Gedichtsammlung des 2001 gestorbenen Louis Dudek auch hierzulande endlich diesen bedeutenden kanadischen Dichter einer größeren Leserschaft zugänglich macht. Der Rezensent zeichnet die poetische Entwicklung des Lyrikers nach, die sich von einer anfänglichen Konzentration auf konkrete Bilder hin zu tieferen Sinnzusammenhängen entwickelt habe. Die späten Gedichte entfalten dann sogar manchmal einen allzu schweren, moralisierenden Unterton, kritisiert der Rezensent vorsichtig. Ihm gefällt aber vor allem, dass Dudek, selbst dort, wo er seinen Texten mehr Tiefe verleiht, einer "Sprache der Straße" verpflichtet bleibt. Die kommt allerdings in den Übersetzungen von Christian Filips und Joachim Sartorius mitunter durch syntaktisch allzu "preziöse" Konstruktionen zu kurz, bedauert Bleutge.
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