Aus dem Italienischen von Ernst-Jürgen Dreyer, Geraldine Gabor und Hans Krieger. Während D'Annunzios sprachfunkelnde Romane "Lust" (1889), "Triumph des Todes" (1894) und "Feuer" (1900) schon früh übersetzt worden sind, ist seine Lyrik dem deutschsprachigen Leser nahezu unbekannt geblieben. Die nun vollendete Nachdichtung seines poetisch reifsten Gedichbandes macht im Jahr seines 150. Geburtstages und 75. Todestages erstmals auf Deutsch eine wirkliche Entdeckung dieser umstrittenen Schriftstellerpersönlichkeit als Lyriker möglich. Der Zyklus der Laudi vereint wenngleich sie in ihrem Titel an Franz von Assisis fromme Lauden erinnern heidnische Lobgesänge des Himmels, des Meeres, der Erde und der Helden . Ursprünglich auf sieben Bände mit den Namen aller Pleiaden veranschlagt, gipfeln sie nach Maia und Elettra im dritten Band: Alcyone (1903), dem über ein Jahrzehnt später aber nur noch zwei, Merope und Asterope , folgen sollten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.03.2014
Was weiß man hierzulande groß über Gabriele D'Annunzio? Außer dass er ein Kriegsheld, militanter Nationalist und Geliebter der Duse war? Und ein Dichter natürlich. Wie groß er als Dichter war, kann man jetzt laut Maike Albath mit dem erstmals ins Deutsche übersetzten Hauptwerk "Alcyone" überprüfen. Und siehe da: D'Annunzio entpuppt sich als früher Moderner, der mit freien Versen und Assonanzen "wegweisend" für die nächste Dichtergeneration war. Seinen sprachlichen Reichtum belegt Albath mit einigen Zeilen aus dem Gedicht: "Schweige. Auf den Schwellen / des Waldes hör ich / nicht Menschenlispeln, / nein: hör, wie / fremd uns entgegnet / Wort, aus Tropfen und Blättern quellend / fern-ferne."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.11.2013
Hingerissen zeigt sich Mark-Georg Dehrmann Gabriele D' Annunzios Gedichtband "Alcyone" von 1903, der jetzt erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt. Die 88 Gedichte sind für ihn schlicht ein Ereignis, dokumentieren sie doch mit großer Wucht D' Annunzios Meisterschaft als Dichter. Für Dehrmann steht damit außer Frage, dass D' Annunzio ein großer Dichter war, auch wenn er sonst - menschlich und politisch - eher dubios gewesen sein mag. Regelrecht ins Schwärmen gerät der Rezensent, wenn er über die Verse berichtet, die Städte, Flüsse, Strände der Toskana, die Landschaften Latiums und Siziliens besingen und die "Geografie eines mythischen Landes" entfalten. Sprachlich und stilistisch scheinen ihm D' Annunzios Verse geradezu "unheimlich" in ihrer "Melodik, Variabilität, Präzision und Serenität". Die Lektüre wird für ihm zu einem beglückenden Rauch. Der deutschen Übersetzung zollt er hohe Anerkennung, auch wenn er auf ihre Grenzen hinweist.
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