Herausgegeben von Marie-Laure Bernadac und Hans-Ulrich Obrist. Aus dem Amerikanischen von Tacisius Schelbert und Inge Presser. Seit ihrem 12. Lebensjahr führt die heute 90-jährige Künstlerin Louise Bourgeois Tagebuch. Wer Zutritt zu ihrem kleinen Haus in Chelsea, New York hat, kann diesen ständig wachsenden Hefteberg auf den Regalen wahrnehmen. Obwohl sie "den Worten misstraut", haben verbale Äußerungen für Louise Bourgeois immer eine große Rolle gespielt...
Dass Louise Bourgeois mittlerweile zu den "bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts" gerechnet wird, kann die Rezensentin Isabelle Graw nur schwer nachvollziehen. Daher hat sie sich von der Lektüre dieser Schriften Aufschluss über die Gründe ihrer Abneigung erhofft - und gefunden. Bourgeois, so Graw, besteht "fast zwanghaft auf einer psychoanalytischen Deutung ihrer hypersuggestiven Arbeiten". Und genau das erscheint der Rezensentin problematisch: "Das Werk ist die perfekte Entsprechung naivster Sublimierungstheorien." Lacans Vorstellung eines komplexen und teilweise undurchsichtigen Unbewussten fechte Bourgeois aufs Äußerste an, da sie ihrem eigenen Begriff des "transparenten" Unbewussten widerspreche. Und so, bedauert die Rezensentin, versperrt Bourgeois den Weg zu anderen Rezeptionsweisen.
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