Louise Welsh

Tamburlaine muss sterben

Roman
Cover: Tamburlaine muss sterben
Antje Kunstmann Verlag, München 2004
ISBN 9783888973840
Gebunden, 142 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

1593 ist London eine aufregende, unruhige Stadt. Ein verzweifelter Ort, bedroht von Krieg und Pest. Fremde sind hier nicht willkommen, aufgespießte Köpfe grinsen von der Tower Bridge. Der Stückeschreiber, Poet und Spion Christopher Marlowe hat noch drei Tage zu leben. Drei Tage, in denen er mit gefährlichen Regierungsvertretern konfrontiert wird, die ihr eigenes Süppchen kochen, mit Doppelagenten, mit Schwarzer Magie, mit Verrat und Rachsucht. Drei Tage, in denen er den mörderischen Tamburlaine sucht, einen Killer, der seinem eigenen, äußerst gewalttätigen Theaterstück entsprungen zu sein scheint. "Tamburlaine muss sterben" ist die abenteuerliche Geschichte eines Mannes, der Kirche und Staat herausfordert und entdeckt, dass es Schlimmeres gibt als die Verdammung.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.03.2005

Rundum zufrieden ist Rezensent Rolf-Bernhard Essig mit Louise Welshs Roman über die letzten Tage des englischen Dramatikers Christopher Marlowe. Welsh sei nicht die Erste, die sich an Marlowes gewaltiger Existenz berausche, hält Essig fest, und sie sei nicht die Schlechteste. Den Roman fasst er insgesamt unter die Kategorie "gekonnt" - was er als eine "angemessene" und "durchaus nicht abschätzig gemeinte Bezeichnung für ihren Roman" verstanden wissen will. "Gekonnt" stelle Welsh Spannung her durch Vorausdeutungen, Vorhalte, diskrepante Information, Rätsel; "gekonnt" baue sie die Dialoge; in "gekonnter Thrillermanier" beginne sie mit Idyllischem und Sex und ende mit einem Showdown im Theater; "gekonnt" wähle und schildere sie die Schauplätze; "gekonnt" findet Essig schließlich, wie Welsh im Historischen unaufdringlich Parallelen zu heute aufscheinen lässt. "Da sie auch noch die Recherche ernst genommen hat und sich im Literarischen nicht mit dem Genie ihres Helden messen will", resümiert der Rezensent, "folgt man gut unterhalten Welshs Version von Marlowes rätselhaftem Sterben".
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