Aus dem Italienischen von Christa Herterich. "Die wunderlichste Idee, die im Kopf eines Politikers entstehen kann", sagte Robespierre, "ist die, zu glauben, es genüge, dass ein Volk mit Waffengewalt ins Territorium eines fremden Volkes einbreche, um dieses zur Übernahme der eigenen Gesetze und der eigenen Verfassung zu zwingen. Niemand liebt die bewaffneten Missionare; der erste Rat, den Natur wie Vorsicht geben, ist der, sie als Feinde zurückzuschlagen." Seit jeher verstecken Regierungen ihre oft zynischen und verborgenen Kriegsmotive hinter hehren Deklarationen: Von Sparta im Kampf gegen Athen über die Feldzüge Napoleons bis zur aktuellen Invasion des Irak, die mit dem noblen Vorsatz gerechtfertigt wurde, ein Land von einem blutigen Regime zu befreien und "zu demokratisieren". Von diesen exemplarischen Fällen ausgehend, polemisiert Luciano Canfora gegen jene "moralische, kulturelle und politische Verdrehung der Tatsachen«, die es einem Staat erlaubt, seine Hegemonie zu betreiben und sich zugleich als Verfechter der Freiheit auszugeben.
Als brillant sowie "elegant geschrieben und übersetzt" lobt Rezensent Rudolf Walther diesen Essay über die missglückten Versuche im Verlauf von zweieinhalb Jahrtausenden, die Ideen von Freiheit und Demokratie mit Gewalt zu exportieren. Der italienische Altphilologe beginne mit Sparta und gelange über die Napoleonischen Kriege bis in die Gegenwart. Dabei besticht er den Rezensenten durch seine präzise Argumentation, mit der er immer wieder das Scheitern des Modells der Zwangsbeglückung demonstriert. Trotzdem bleiben für den Rezensenten zwei Fragen offen: ob es nämlich eine Alternative zur hegemonialen Barbarei geben kann. Und warum sich im Lauf der Geschichte immer wieder so viele von diesem ideologischen Exportmodell überzeugen ließen.
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