Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.05.2005
Ein vielfach Unbehauster ist der tschechische Dichter Ludvik Kundera. 1943 geriet er als Zwangsarbeiter nach Deutschland und in der Tschechoslowakei wurde er 1968 zur persona non grata. Dieses Schicksal ist, so die Rezensentin Christiane Zintzen, seinen Gedichten abzulesen. Nicht als Flucht-, sondern als Gegenbewegung der Fantasie entwerfe der Dichter ferne Schauplätze, das antike Rom oder auch das Lissabon des Autors Fernando Pessoa. In seinen Texten erweist er sich, so Zintzen, als ein "Dichter von Stille und Aufruhr, Empfangen und Geben".
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