Ein unerklärbares Zeichen" - darüber stolpern viele beim Betrachten Bachscher Handschriften. Besonders die Titelseiten seiner Kirchenmusik enthalten merkwürdige hinzugesetzte Zahlen und Zeichen, dazu Abweichungen von der korrekten und gebräuchlichen Schreibweise, obwohl sie doch mit großer Sorgfalt angelegt und oft kalligraphisch gestaltet sind. Bei genauer Betrachtung stellt sich heraus, dass sie alle gelten können als symbolische Hinweise auf die Aussage des Textes und seiner Vertonung, oft auch auf den tiefen theologischen Hintergrund und schließlich auf die persönliche Glaubensbeziehung Johann Sebastian Bachs.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 25.03.2004
In aller Kürze schafft es Wolfram Goertz dennoch, kübelweise Hohn und Spott über den armen "Bach- Forscher" Ludwig Prautzsch auszugießen. Der unternimmt in seinem Buch nämlich den Versuch, mit Hilfe mystischer Mathematik einigen vom Thomaskantor auf die Titelblätter seiner Noten gekritzelten Zahlenreihen eine tiefere Bedeutung schlüssig zuzuweisen beziehungsweise wie Goertz es beschreibt, "aus Fliegendreck Chiffren" zu lesen. Das vom Rezensenten belächelte Ergebnis: eine "Theorie des Deckblatts". Das, so der Rezensent, ist die "so genannte theologische Bach-Forschung".
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