Die "Kunst der Fuge" ist nicht nur eines der größten Meisterwerke der Musik, sondern zugleich auch Bachs problematischste Komposition hinsichtlich Deutung und Aufführungspraxis. Sie erinnert in ihrem "Geheimnisstand" an Leonardo da Vincis "La Gioconda" - in der Musikgeschichte gibt es kein vergleichbares Werk. Dem Autor ist es gelungen, eine enge Beziehung zwischen der "Kunst der Fuge" und dem pythagoreischen Denken nachzuweisen. Teil 1 des Buches legt die antiken Quellen in Bachs Umfeld offen und beschreibt die aktive Rezeption pythagoreischer Überlieferung an der Thomasschule in Leipzig zu Bachs Zeit. Eine detaillierte Aufzählung und Beschreibung pythagoreischer Kennzeichen in Autograph und Erstdruck der "Kunst der Fuge" schließt sich an. In Teil 2 werden die geläufigen Hypothesen zur "Kunst der Fuge" einer erkenntnistheoretischen Prüfung unterzogen. Teil 3 beschäftigt sich mit der Aufführung bzw. Besetzung der "Kunst der Fuge".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 23.06.2004
Kaum ein Werk ist so umfangreich gedeutet und doch so geheimnisvoll geblieben wie Johann Sebastian Bachs Kunst der Fuge. Hans-Eberhard Dentler liefert eine weitere Interpretation. Er glaubt, wie Rezensent Andres Briner darstellt, dass das Werk eine versteckte pythagoreische Tradition enthält. Dies findet Briner zumindest interessant, aber nicht restlos überzeugend. Anknüpfungspunkte sind Dentler dabei pythagoreische Quellen und Hinweise im Umkreis von Bach, die der Rezensent zwar nicht in Abrede stellen, aber auch nicht überinterpretiert sehen will. die nicht zu leugnen, aber auch nicht überzubewerten sind. Auch gibt er zu bedenken, dass viele Kennzeichen "stets von christlichen Traditionen überlagert". Und den Experten unter seinen Lesern gibt der Rezensent auch noch mit: "Wenn Dentler den Grundton griechisch interpretiert, so kann das nicht die ganze Wahrheit sein, da diese Tonstufe kompositorisch deutlich als Tonus primus der christlichen Kirche wirkt".
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 25.03.2004
Welche Instrumente hatte Bach für die Fuge vorgesehen? Und was hat Pythagoras damit zu tun? Beide Fragen werden im Buch von Hans-Eberhard Dentler beantwortet, und obwohl Wolfram Goertz durchblicken lässt, dass sie ihm nicht wirklich auf der Seele gebrannt hatten, ist er doch interessiert an Dentlers "originellem Ansatz" zur Erklärung der Fuge. Fazit: "ein verblüffender, musikalisch und philosophisch grundierter Wissenschaftsthriller".
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