Mit Abbildungen. Ein welthistorisches Ereignis jährt sich zum 100. Mal: der Brand von Smyrna, der legendären Hafenstadt des Osmanischen Reichs. Zehntausende Menschen kamen dabei 1922 ums Leben. Die blühende Metropole, das heutige Izmir, wurde völlig zerstört. Auf den türkisch-griechischen Krieg folgte ein Bevölkerungsaustausch, bei dem fast zwei Millionen Christen und Muslime aus ihrer Heimat fliehen mussten und der als Blaupause für alle ethnischen Säuberungen des 20. Jahrhunderts dienen sollte. Während der aktuellen Flüchtlingskrise reiste Lutz C. Kleveman ein Jahr lang auf die griechischen Inseln und nach Izmir - über Grenzen und durch die Zeit. Dabei entdeckt er das historische Smyrna wieder, wo Griechen, Türken, Juden, Armenier, Europäer und Amerikaner einst friedlich zusammenlebten. Er lässt die kosmopolitische Metropole erzählerisch auferstehen und uns verstehen, wie es zur Katastrophe von 1922 kommen konnte. Einer Katastrophe, die Europa für immer verändern sollte.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.06.2022
Rezensent Florian Keisinger hält Lutz C. Klevemans Erinnerung an die historischen Ereignisse um die Zerstörung Smyrnas für verdienstvoll, weil sie Verwerfungen des 20. Jahrhunderts besser verständlich macht. Dass sich der Historiker mit der Schilderung des eigentlichen Ereignisses viel Zeit lässt und sich zunächst mit den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedinungen beschäftigt, findet Keisinger nur sinnvoll. In Klevemans historischer wie im lebendigen Stil eines Reiseberichts gehaltener Darstellung erscheint Smyrna als der faszinierende kosmopolitische, multiethnische Ort, der er war, meint der Rezensent. Klevemans Exkurse zur Flüchtlingskrise von 2015 und zur europäischen Asylpolitik scheinen Keisinger hingegen verzichtbar.
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