Mit Abbildungen. Der Aufstand gegen das Osmanische Reich und die Geburt der griechischen Nation - erzählt als Tragikomödie. Der Griechische Unabhängigkeitskrieg (1821-29): eine Rebellion, bei der nichts so war, wie es schien. Er zog tausende Philhellenen aus allen Teilen Europas an: Schwärmer, Narren, Hochstapler, Gauner, Idealisten - unter ihnen der Dichter Lord Byron. Vor Ort zerschellten ihre Illusionen an der griechischen Realität: Der "Freiheitskampf" wurde von Banditenbanden, Warlords und Großgrundbesitzern geführt, die muslimische und jüdische Bevölkerung wurde in den ersten Kriegsmonaten ermordet oder vertrieben, die Osmanen verwalteten lediglich ihr erodierendes Reich und die britischen Kreditgeber agierten als eigennützige Spekulanten.Richard Schuberth erzählt die Geschichte des Krieges in scharfer Abkehr von nationalen Deutungen - als epische Tragikomödie, die vor allem zu unvorstellbarem Leid der Bevölkerung führte. Seine Studie zeigt die verschiedenen Facetten des Krieges und seiner Protagonisten auf und deutet den Konflikt als "Nabelbruch der Moderne", in dessen Verlauf viele Topoi und Ideologien unserer Zeit ihren Auftritt hatten: Seien es Medienpropaganda, Orientalismus oder Nationalismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.09.2021
Oliver-Jens Schmitt hält Richard Schuberths Buch über den griechischen Aufstand von 1821 für eine kleine Mogelpackung. Die Wissenschaftlichkeit, die Fußnoten und Bibliografie dem Leser suggerieren, unterläuft der Autor laut Rezensent mit begrifflichen Fehlern, stilistischer Nonchalance und Missachtung der griechischsprachigen Forschung. Als Tragikomödie, wie Schuberth es sich vorstellt, eignet sich der Aufstand schon wegen seines leidbringenden Charakters auch eher nicht, findet Schmitt. Der Band indes liest sich am ehesten als Geschichtenbuch, räumt Schmitt ein. Wenn der Autor Lord Byron und andere "Poeten-Aktivisten" in den Blick nimmt, findet er die Lektüre sogar unterhaltsam.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.06.2021
Rezensent Wolfgang Schneider lernt mit dem Historiker Richard Schuberth den griechischen Unabhängigkeitskrieg von 1821 näher kennen, seine Narrative und Täuschungen als gesellschaftliches Medienspektakel. Mit Lord Byron im Zentrum der "fesselnden" Untersuchung zeigt der Autor laut Schneider, wie Themen wie Orientalismus, Nationalismus und mediale Inszenierung im Kontext des Krieges damals bereits Bedeutung erlangten.
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