Ob im Büro, im Straßenverkehr oder im Fernsehen - Arschlöcher sind in unserer Gesellschaft nur allzu präsent. Auch in der Politik haben Arschlöcher und Despoten Konjunktur. Lutz Meier untersucht das "Arschlochtum" als individuelles, kulturelles und soziales Phänomen, das weit über die persönliche Ebene hinausgeht. Durchaus humorvoll betrachtet er anhand von Beispielen aus Politik, Medien, Beruf und Alltag das Arschloch als Symptom gesellschaftlicher Strukturen. Seine Überlegungen ergänzt er um die philosophischen Konzepte Arthur Schopenhauers, Martin Heideggers und Harry G. Frankfurts. Dabei stellt Meier auch die Frage, wie unser eigenes Verhalten die oft destruktive Rolle sogenannter "Arschlöcher" erst ermöglicht. Und finden wir uns nicht alle irgendwann selbst in dieser Rolle wieder? Ein kluger und kritischer Blick auf das Phänomen Arschloch, das weit mehr ist als ein bloßes Schimpfwort.
Rezensent Florian Felix Weyh fühlt sich bei der Lektüre dieses Buches von Arschlöchern umgeben. Denn dieses Schimpfwort ist laut Lutz Meier wirklich überall, man kann es auch nicht wirklich durch andere Begriffe ersetzen. Klar sei jedenfalls: Das Arschloch ist immer der Andere, nie man selbst. Meier rückt dem Schimpfwort mithilfe etwa von Heidegger und Husserl zu Leibe und versucht sich an einer Beschreibung diverser Arschlocharten - Straßenverkehrsarschloch, Gartenarschloch und so weiter. Außerdem argumentiert Meier, dass einen die Bezeichnung als Arschloch nicht ganz aus der Gesellschaft ausschließt, auf ein bisschen Toleranz darf noch das größte Arschloch hoffen. Weyh hält sich zwar mit abschließenden Wertungen bezüglich des besprochenen Buches zurück, ist sich aber nach der Lektüre immerhin sicher: Die Arschlöcher werden wir nicht so schnell loswerden.
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