Aus dem Englischen von Barbara Heller. Als Ma Jian dreißig wurde, acht Jahre nach Maos Tod, beschloss er, die engen Grenzen Beijings hinter sich zu lassen. Sein Land begann sich zu verändern, und er wollte es kennen lernen. Nannan, seine kleine Tochter, war nur noch bei ihrer Mutter; seine Freundin betrog ihn; er fühlte sich als Künstler überwacht; seine Inspiration zu Schreiben oder zu Malen war am Ende. Er kaufte sich ein Zugticket an die äußerste westliche Grenze Chinas und brach auf. Ma Jians Reise, per Zug und per Anhalter, hat ganze drei Jahre gedauert und ihn, häufig unter Lebensgefahr, bis in die einsamen Hochtäler Tibets, in die Kultstätten des Buddhismus, in traumhaft schöne Salzwüsten und in Dörfer gebracht, wo die Zeit zwischen Mittelalter und Kommunismus stehen geblieben ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2009
Tilman Spengler stellt zwei Romane vor, die in seinen Augen das "Fremdsein in der chinesischen Gesellschaft" thematisieren. Sehr beeindruckt ist der Rezensent vom autobiografischen Bericht einer Reise aus Peking ins Landesinnere vom heute im Londoner Exil lebenden Ma Jian. Die Reise des einstigen staatlich angestellten Fotografen kommt einer Flucht aus den bedrückenden privaten wie politischen Lebensumständen gleich, erklärt der Rezensent. Höchst fasziniert hat er sich mit Jian auf die fremdartige, kuriose und farbige "Irrfahrt" durch Gegenden, die touristisch überhaupt noch nicht erschlossen sind, begeben. Zugleich sei der Roman eine Reise quer durch die chinesische Gesellschaft, wie man sie bisher noch nicht lesen konnte, lobt Spengler gefesselt.
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