Aus dem Niederländischen von Marianne Holberg. Leonie Kuyper führt ein bescheidenes Leben als Übersetzerin - bis ihre beste Freundin Roos an einem Sonnenstich stirbt. Von nun an sieht Leonie sich mit einem Problem konfrontiert, denn Roos hat sie zur Alleinerbin bestimmt, allerdings unter einer Bedingung: Dass sie für Roos' drei geliebte Katzen sorgt und dazu in ihr Appartment zieht! Und während Leonie sich auf diesen Deal einlässt, entdeckt sie nach und nach verwirrende Geheimnisse im Leben ihrer Freundin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2003
Jürg Altwegg findet, dass Maarten 't Hart den "idealen Ferienroman als Begleitlektüre zum Sonnenbaden" geschrieben hat - denn die Hauptperson Roos kommt bei eben jenem Freizeitspaß ums Leben. Deren Freundin und Erbin Leonie deckt den Mord auf, indem sie nicht nur in die Kleider sondern auch in die Identität der Verstorbenen schlüpft, erzählt Altwegg. Dabei moniert der Rezensent allerdings, dass der Autor die moralischen Skrupel des Mädchens "auf der Ebene der Trivialphilosophie" abhandele. Als weiteren Schnitzer empfindet Altwegg die Figur eines Notars, dessen leseflusshemmendes Stottern "bis zu Ende der Geschichte ohne Erbarmen mit dem Leser durchgezogen wird". Trotz dieser Schwächen könne man den Roman durchaus mit Vergnügen lesen, versichert der Rezensent, denn er verfüge durchaus über Witz und Ironie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.05.2003
Martin Luchsinger hat diesen Roman in seiner Mischung aus Krimi, psychologischem Roman und Frauenroman-Parodie mit viel Vergnügen gelesen. Zudem sei das Buch auch noch eine "Reflexion über das Strafen", ein Thema, das den niederländischen Autor auch in früheren Büchern beschäftigt hat, lässt der Rezensent die Leser wissen. In dem Buch geht es um eine Übersetzerin, deren Freundin beim Sonnenbaden ums Leben kommt und der sich die Protagonisten im Zuge der Trauer über ihren Verlust immer mehr angleicht. Der Verdacht entsteht, es könnte sich beim Tod ihrer Freundin um Mord handeln, fasst der Rezensent die Handlung zusammen. Er preist Maarten t'Hart für seine "sprühenden Dialoge" und er stellt mit Bewunderung fest, dass der Autor nach mehr als 30 Büchern immer noch ein Händchen für erste Sätze hat. Auch die Verwirrtechnik, mit der er die Leser immer wieder auf falsche Fährten locke, findet der Rezensent sehr vergnüglich. Und so preist er nachdrücklich dieses "vielfältige Lesevergnügen", auch wenn er glaubt, dass der Roman in seiner Leichtigkeit "nicht für die Ewigkeit geschrieben" sei.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 20.03.2003
Das frei Erfundene hält Dieter Borchmeyer nicht unbedingt für die große Stärke des Erzählers Maarten t' Hart, dessen Prosa ihn am meisten fasziniert, wenn der Autor auf Autobiografisches zurückgreift. So findet unser Rezensent diesen Kriminalroman nicht nur reichlich krude, sondern auch recht misslungen. Zwar hat er auch Passagen von "großer atmosphärischer Kraft" entdeckt, doch insgesamt erscheint ihm diese Detektivgeschichte nur "mäßig spannend und mäßig tiefgründig".
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