Aus dem Französischen von Sabine Schwenk. Die glücklich mit Jean verheiratete Marie erlebt eine stürmische Affäre mit einem jungen Mann; und doch folgt sie Jean wie selbstverständlich in die Provinz und steht ihrer Schwester bei, die Hilfe braucht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.04.2000
Zu Recht wird die 1996 verstorbene belgische Schriftstellerin Madeleine Bourdouxhe eine "innovative weibliche Stimme" genannt, meint Thomas Laux, meldet aber zugleich Bedenken an dem vorliegenden Band mit zwei Erzählungen an. "Eine kleine Mogelpackung" des Verlags sei das, so Laux, denn die eine Erzählung sei bereits im Band "Wenn der Morgen dämmert" enthalten gewesen und die andere als limitierte Geschenkausgabe herausgekommen. Doch auch bei der dem schmalen Band ihren Titel gebende Erzählung "Unterm Pont Mirabeuau fließt die Seine" macht Laux Abstriche. Die autobiografische Schilderung der Autorin, wie sie mit ihrem frisch geborenen Kind vor den deutschen Besatzern nach Frankreich flieht, heißt er "auffallend solipsistisch": der Krieg bleibt ihm befremdlich eine "schemenhaft kontrastive Kulisse" zum erlebten Mutterglück.
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