Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Mrs. Delia Bagot kümmert sich hingebungsvoll um Haus und Garten, um ihren Ehemann Martin, die Töchter Lily und Margaret, um Hund und Katzen. Manchmal jedoch bringt sie die Energie für ihr Leben nicht auf. Dann träumt sie davon, auf ihrem Teppich mit den pinkfarbenen Rosen einfach davonzufliegen. Und wenn die Kinder einmal fort sind, fühlt sie sich so einsam, daß sie bei ihrem eigenen Schatten Trost sucht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.07.2007
Gefesselt, gerührt, erschüttert zeigt sich Rezensentin Bernadette Conrad von diesen Erzählungen Maeve Brennans, die zuerst zwischen 1966 und 1972 im "New Yorker" erschienen sind und wie schon die Geschichte "Mr. Und Mrs. Derdon" vom "schreienden, verschwiegenen Unglück" einer Ehe erzählen. Worin dieses Unglück konkret besteht, verrät Conrad nicht, nur soviel, dass ein selbst geschaffenes ist, eines, das nur noch schlimmer wird, dass sich die beiden Eheleuten zum Aushalten verpflichtet fühlen und ihr versäumtes Leben für ein notwendiges Opfer für das Glück des anderen halten. So viel "gebündelten Schmerz", so ein "verstörend leidvolles Innenleben" fand die Rezensentin kaum auszuhalten, so dass sie die Erzählungen, die sich durchaus zu einem Roman fügen, doch immer wieder unterbrechen musste.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.06.2007
Rezensent Thomas Meissner begeistert sich für einige Erzählungen der irisch-amerikanischen Autorin Maeve Brennan. Der Band versammelt Erzählungen, die zwischen 1964 und 1972 im "New Yorker" erschienen und nun wiederentdeckt wurden, wie der Rezensent erinnert. Er lobt die "atmosphärisch dichten Beschreibungen" der Autorin, die ihn in die Erzählung mitnahmen und ihm auch Details plastisch werden ließen. Gerade diese Details sind es, die zu Aufhängern der Erzählungen und zum Anlass der Reflexion werden, hebt der Rezensent hervor und bezieht sich dabei besonders auf die titelgebende Erzählung, in der der Teppich mit den Rosen die in der "Vorstadthölle" gefangenen Figuren zur Flucht in ihre Träume inspiriert. Der Rezensent lobt besonders die Distanz, die zwischen Leser und Figuren trotz der ausführlichen Reflexionen bestehen bleibt und die den Erzählungen eine mysteriöse Spannung verleihe. Allerdings erreichen nicht alle Erzählungen diese Größe, bedauert der Rezensent. Einige andere glitten doch ins Schematische oder ins Kitschige ab.
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