Magdalena Schrefel

Das Blaue vom Himmel

Roman
Cover: Das Blaue vom Himmel
Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783518432594
Gebunden, 268 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Was, wenn es die Möglichkeit gäbe, die Erde abzukühlen, der Himmel dadurch aber nie wieder blau wäre? Hannah arbeitet an einer Ausstellung mit, die dieses Blau bewahren soll, kurz bevor eine globale Geoengineering-Maßnahme in Kraft treten wird. Durch die in die Stratosphäre geschossenen Schwefelpartikel wird sich das Sonnenlicht anders brechen, Meere und Flüsse werden verblassen, und der blaue Planet wird sich milchig grau färben. "Kannst du das Blaue beschreiben?", fragt Hannah die Menschen, denen sie mit ihrem Aufnahmegerät gegenübersitzt: eine Filmemacherin, einen Botaniker, ihre ältere Schwester Vera. Immer tiefer taucht Hannah in die Erinnerungen der anderen ein, die am Tag der Ausstellungseröffnung in einem Raum zusammenfinden. Und plötzlich steht da auch Jakob, Hannahs Vater. Auch er hat eine Geschichte zu erzählen, über die die beiden bisher nie gesprochen haben. Umschlaggestaltung von Judith Schalansky

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 19.02.2026

Eines der brennenden Probleme unserer Zeit ist in diesem Roman gelöst und dennoch ist keineswegs alles in Butter, meint Rezensentin Wiebke Porombka. Magdalena Schrefel erzählt von einer Welt, in der der Klimakollaps abgewendet werden konnte - mithilfe von Schwefelpartikeln in der Atmosphäre, die gleichzeitig dem Himmel das Blau nehmen. Zentrales Thema des Buches ist die mögliche Rolle von Kunst in einer krisenhaften Welt, verhandelt wird es unter anderem mithilfe einer Umfrage, an der Hannah, die Hauptfigur, beteiligt ist: Leute sollen persönliche Geschichten über das Himmelsblau erzählen. Daneben spielen auch Hannahs eigene, problematische familiäre Verhältnisse eine Rolle. Durchaus kühl ist dieses Buch, passend zum Klimaszenario, bisweilen geschrieben, gerade in Passagen, die sich abstrakten ästhetischen Fragen widmen, findet Porombka. Ihr gefallen allerdings andere Passagen besser, insbesondere jene, die Hannahs Privatleben gewidmet sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2026

Was für ein Auftakt für das neue Literaturjahr, findet Andreas Platthaus in seiner Besprechung von Magdalena Schrefels Debütroman: Die Handlung spielt irgendwann nicht weit von unserer Gegenwart entfernt, die Klimakonferenz hat sich darauf geeinigt, science-fiction-artig Partikel in die Stratosphäre einzuspeisen, um den Klimawandel aufzuhalten. Eigentlich geht es aber um etwas anderes, versichert Platthaus, um eine Familie mit Bruch- und Entfremdungserfahrungen, zwei Schwestern und ihre getrennten und nur schweigend kommunizierenden Eltern, was er detailreich rekapituliert. Er hat einen anspruchsvollen Film vor sich, bei dem Form und Inhalt korrespondieren: Hannah, eine der Schwestern, arbeitet an einer Ausstellung, in der Menschen über ihre Wahrnehmung des Himmels sprechen und etliche Bilder zeigen. Es ergebe sich ein Mosaik, das sich auch in den Betrachtungen zu Erinnerungen, Zwischenmenschlichkeit und Klima niederschlage. Diese Reflexionen gefallen Platthaus ausnehmend gut - und auch das von Judith Schalansky gestaltete Cover findet sein unbedingtes Lob.

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