Suhrkamp Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783518432594 Gebunden, 268 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Was, wenn es die Möglichkeit gäbe, die Erde abzukühlen, der Himmel dadurch aber nie wieder blau wäre? Hannah arbeitet an einer Ausstellung mit, die dieses Blau bewahren soll, kurz bevor eine globale Geoengineering-Maßnahme in Kraft treten wird. Durch die in die Stratosphäre geschossenen Schwefelpartikel wird sich das Sonnenlicht anders brechen, Meere und Flüsse werden verblassen, und der blaue Planet wird sich milchig grau färben. "Kannst du das Blaue beschreiben?", fragt Hannah die Menschen, denen sie mit ihrem Aufnahmegerät gegenübersitzt: eine Filmemacherin, einen Botaniker, ihre ältere Schwester Vera. Immer tiefer taucht Hannah in die Erinnerungen der anderen ein, die am Tag der Ausstellungseröffnung in einem Raum zusammenfinden. Und plötzlich steht da auch Jakob, Hannahs Vater. Auch er hat eine Geschichte zu erzählen, über die die beiden bisher nie gesprochen haben. Umschlaggestaltung von Judith Schalansky
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2026
Was für ein Auftakt für das neue Literaturjahr, findet Andreas Platthaus in seiner Besprechung von Magdalena Schrefels Debütroman: Die Handlung spielt irgendwann nicht weit von unserer Gegenwart entfernt, die Klimakonferenz hat sich darauf geeinigt, science-fiction-artig Partikel in die Stratosphäre einzuspeisen, um den Klimawandel aufzuhalten. Eigentlich geht es aber um etwas anderes, versichert Platthaus, um eine Familie mit Bruch- und Entfremdungserfahrungen, zwei Schwestern und ihre getrennten und nur schweigend kommunizierenden Eltern, was er detailreich rekapituliert. Er hat einen anspruchsvollen Film vor sich, bei dem Form und Inhalt korrespondieren: Hannah, eine der Schwestern, arbeitet an einer Ausstellung, in der Menschen über ihre Wahrnehmung des Himmels sprechen und etliche Bilder zeigen. Es ergebe sich ein Mosaik, das sich auch in den Betrachtungen zu Erinnerungen, Zwischenmenschlichkeit und Klima niederschlage. Diese Reflexionen gefallen Platthaus ausnehmend gut - und auch das von Judith Schalansky gestaltete Cover findet sein unbedingtes Lob.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…