Michael Fried ist einer der führenden und - nicht nur in den USA - meistdiskutierten Kunst-, Literatur- und seit neuestem auch Photokritiker der Gegenwart. Sein Interesse an der Photographie geht auf eine Begegnung und die daraus resultierende Freundschaft mit Jeff Wall vor etwa zehn Jahren zurück. Dessen Arbeiten und theoretischer Ansatz, die in diesem Buch besonders ausführlich behandelt werden, waren für ihn der Ausgangspunkt, sich intensiv mit dem zu beschäftigen, was er als "neuere Künstlerische Photographie" bezeichnet. Als Kronzeugen seiner philosophischen, literarischen und kunsttheoretischen Thesen dient ihm dabei eine Gruppe von Photokünstlern, die sich wie ein Who is Who des Schirmer/Mosel-Programms liest: neben Jeff Wall vor allem Bernd & Hilla Becher, Thomas Struth, Andreas Gursky, Thomas Ruff, Candida Höfer, Rineke Dijkstra und Thomas Demand.
Hellauf begeistert berichtet Wolfgang Kemp vom neuen Buch des US-amerikanischen Kunsthistorikers Michael Fried, der endlich in der Gegenwart wieder echte, richtige Kunst entdeckt haben will. Schon dieses eindeutige Werturteil des Autors ist untypisch für heutige Kunsthistoriker, es hat mit Frieds Glauben an das "Dogma der Medienspezifik" zu tun, weiß der Rezensent. Danach sei Fotografie - paradoxerweise genau wie die Malerei - die "Kunst der Fläche und der Flächenbegrenzung, ein materielles Objekt ohne Außenbeziehungen", erklärt Kemp. Dieses Ideal, den "Absorptionsmodus der (richtigen) Moderne", verwirklicht, unter ausgewählten anderen, Philip-Lorca diCorcia, ein US-amerikanischer Fotograf, erfährt der Rezensent von Fried.
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