Die ab April 1942 unter Leitung von Reinhard Gehlen operierende Generalstabsabteilung Fremde Heere Ost bildete den Mittelpunkt von Hitlers militärischer Feindaufklärung an der Ostfront. Die Abteilung arbeitete professionell und operativ-taktisch zuverlässig. Auf strategischer Ebene wies ihre Arbeit jedoch deutliche Defizite auf: Die Leistungsfähigkeit der sowjetischen Rüstungsindustrie, die militärpolitischen Absichten und konkrete Offensivplanungen der Roten Armee blieben ihr zumeist verborgen. Bei Kriegsende diente Gehlen Akten und Mitarbeiter von Fremde Heere Ost den US-Amerikanern an. Mit ihrer Unterstützung konnte er in der jungen Bundesrepublik einen neuen Auslandsgeheimdienst aufbauen, aus dem später der Bundesnachrichtendienst (BND) hervorging.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2013
Die Grundlage dieser Arbeit über deutsche Aufklärungsarbeit im Zweiten Weltkrieg von Magnus Pahl bilden laut Klaus A. Lankheit bisher nicht ausreichend ausgewertete Dokumente über die für die Aufklärung gegen die Sowjetunion zuständige Abteilung "Fremde Heere Ost" aus dem Bundes-Militärarchiv. Mit seiner Auswertung des Materials bietet Pahl dem Rezensenten einen ertragreichen Einblick in die Geschichte der Nachrichtenbeschaffung und räumt zugleich mit einigen Nachkriegsmythen auf. Dass sich der Autor der Faszination Reinhard Gehlens, des Leiters der Abteilung, nicht entziehen kann, scheint für Lankheit tragbar.
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