Sie waren die Köpfe der deutschen Geheimdienste in Ost und West, des Ministeriums für Staatssicherheit sowie des Bundesnachrichtendienstes und des Verfassungsschutzes: Wilhelm Zaisser und Otto John, Ernst Wollweber und Reinhard Gehlen, Erich Mielke und Gerhard Wessel. Um diese und andere Spitzenfunktionäre der Spionage ranken sich zahlreiche Legenden, waren doch alle gehalten, konspirativ zu arbeiten und ihre Fäden hinter den Kulissen zu spinnen. Die Geschichte der ost- und westdeutschen Spionageorganisationen ist auch die Geschichte ihrer Chefs. In ihnen spiegelt sich deutsche Zeitgeschichte wie in einem Brennglas. Einschlägig ausgewiesene Autoren stellen die deutschen Geheimdienstchefs auf Grundlage der neuesten zeithistorischen Forschung vor. Sie fragen nach ihrer Rolle für die Dienste und in den Diensten sowie nach ihrer Position im Spannungsfeld von Demokratie und Diktatur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.07.2003
Recht spannend findet der Rezensent mit dem Kürzel "rab." die Biografien von elf Geheimdienstchefs aus DDR und Bundesrepublik. Dabei unterscheiden die Herausgeber Dieter Krüger und Armin Wagner in ihrer Einleitung zwischen zwei Strängen der Geheimdienst-Arbeit in der DDR: dem Überwachungs- und Unterdrückungsapparat, für den Erich Mielke stand, und der militärischen und politischen Aufklärung, für die Markus Wolf stand. Über Wolf , der auch für die "Unterminierung" der BRD zuständig war, erfahre der Leser viel Interessantes. Die westdeutschen Dienste sperrten sich dagegen noch weitgehend gegen Einsichtnahme in die "verstaubten Uralt-Akten", was der Rezensent ungemein bedauert, sodass die Porträtgalerie westdeutscher Geheimdienstchefs schon bei Reinhard Gehlens Nachfolger Gerhard Wessel endet.
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