Reinhard Gehlen hat in der Öffentlichkeit stets bestritten, dass die von ihm geleitete Organisation politische Inlandsspionage betreibe. Tatsächlich gehörte dies jedoch zu ihren zentralen Tätigkeitsfeldern, wie in diesem Buch auf der Grundlage bislang geheimer Akten nachgewiesen wird. Ins Visier des BND-Vorläuferapparates gerieten dabei Institutionen, Personen und Milieus, die nicht in das konservativ-autoritäre Weltbild Gehlens und seiner Mitarbeiter passten oder dem Kurs von Bundeskanzler Adenauer kritisch gegenüberstanden. Sie wurden ausgeforscht und bekämpft - bis hin zum Rufmord. Dreh- und Angelpunkt dieser geheimen Dienste für Bonn war das symbiotische Verhältnis zwischen Gehlen, der 1956 zum BND-Präsidenten aufstieg, und Hans Globke, dem starken Mann im Bundeskanzleramt.Klaus-Dietmar Henke gibt einen umfassenden Einblick in die illegalen Machenschaften der Organisation Gehlen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.04.2019
Norbert Frei ist jetzt schon gespannt auf den zweiten Teil von Klaus-Dietmar Henkes Erkundung der Machenschaften der Organisation Gehlen. Wenn der Autor in diesem Band die Ergebnisse der Unabhängigen Historikerkommission nutzt, um die Anfänge der "Org" zu erzählen, staunt Frei über die Finsternis, in die Henke Licht bringt. Wie verlogen und übergriffig die "Org" und ihre Leute gegen die angebliche kommunistische Unterwanderung agierten und wie weit ihre Verbindungen in die Politik reichten, kann ihm der Autor erschöpfend und stets urteilsstark berichten. Für Frei ein bemerkenswertes Panorama der Frühzeit der Bundesrepublik.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2019
Frank Bösch erfährt bei Klaus-Dietmar Henke aus BND-Archivmaterial, wie der Geheimdienst in seiner Frühzeit Politiker, Journalisten und Intellektuelle bespitzelte und die Informationen an Adenauer weitergab. Ob Erich Kästner, die FDP oder Gustav Heinemann, keiner war vor den Agenten sicher, lernt Bösch. Dass der Autor dazu neigt, Kausalitäten zu vereinfachen, und dabei Spott und redundante Zitate en masse bietet statt abwägende Synthesen, gefällt Bösch allerdings nicht. Gern hätte er mehr über die konkreten Auswirkungen der Denunziationen erfahren. Dennoch scheint ihm der Band brisant, relevant und faszinierend.
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