Aus dem Französischen von Christopher Schuler. Basierend auf Interviews zweier befreundeter Dokumentarfilmer erzählt
Mana Neyestani die Geschichte von Said Hanai, der in der Heiligen Stadt
Maschhad sechzehn, zum Teil drogenabhängige Prostituierte ermordete.
Sämtliche Opfer lockte er zu sich nach Hause und erwürgte sie, darum
wurde er in der Öffentlichkeit als "Die Spinne von Maschhad" bezeichnet. Nebst
dem Mörder und seinen Angehörigen kommt auch der Richter zu Wort, der
Saeed zum Tode verurteilt hat. Diese Graphic Novel zeigt auf, wie die
extrem konservativ Auslegung des Islams durch die iranischen Machthaber
von Leuten als Freipass zur Selbstjustiz ausgelegt wird, um den
sogenannten Abschaum, wie Prostitution und Drogen zu eliminieren. So gab
es bei der Verhaftung von Said in Maschhad Proteste.
Isabella Caldart findet Mana Neyestanis in Schwarzweiß gehalten Graphic Novel über den iranischen Frauenmörder Said Hanai "rundum gelungen". Wie der Autor und Zeichner die Facetten eines "scheinheiligen" islamistischen Regimes einfängt und die Täterpsyche ausleuchtet, hält Caldart für zeichnerisch überzeugend erzählt und analysiert. Orientiert an dem Dokumentarfilm von Maziar Bahari und den Interviews der Journalistin Roya Karimi Majd mit dem Täter, schafft der Autor laut Rezensentin eine düstere Noir-Atmosphäre und durchdringt multiperspektivisch die bigotte Gesellschaft in der Stadt Maschhad.
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