Teheran, 1958. Nasser Ali Khan, ein sagenhafter Tar-Spieler (traditionelles Lauteninstrument im Iran) will sterben, weil seine Frau im Streit sein unersetzliches Instrument zerbrochen hat. Er beschließt, sich hinzulegen und auf den Tod zu warten. Nicht einmal seine Lieblingsspeise Huhn mit Pflaumen kann ihn davon abhalten. In "Huhn mit Pflaumen" erzählt Marjane Satrapi die letzten acht Tage im Leben ihres Grossonkels Nasser Ali Khan wie ein orientalisches Märchen.
Wie schon in ihren früheren Comic-Bänden und Kinderbuchillustrationen zeige Marjani Satrapi eine meisterhafte Beherrschung des Mediums, lobt Volker Hummel, der begeistert feststellt, dass die Zeichnerin auch Geschichten, die sich nicht um die eigene Biografie drehen, "wunderbar lebendig" und dabei durchaus lebensweise präsentieren kann. Die Geschichte vom Sterben ihres Großonkels Nasser Ali ist vielleicht ein erster Schritt weg vom Autobiografischen, das ihre bisherigen Arbeiten maßgeblich bestimmt hat, glaubt der Rezensent. In den acht jeweils einen Tag beschreibenden Kapiteln werde die letzte Lebenswoche des Musikers Ali im Jahr 1958 erzählt, der an einer unerfüllten Liebe zerbricht.
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