Die präzise und unvoreingenommene Untersuchung der Lebenswelt war und ist einer der zentralen Bereiche der Philosophie. Manfred Sommer unternimmt in seinen Arbeiten eine immer wieder überraschende Deutung dessen, was unseren Alltag ausmacht. Suchen und Finden sind entscheidende Formen unserer Orientierung und unserer Selbstvergewisserung, die eine Vielfalt spannender philosophischer Aspekte eröffnen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.11.2002
Ohne den Bereich der "Lebenswelt" zu verlassen, begibt sich Manfred Sommer auf die phänomenologische Suche nach dem Suchen und dem Finden. Die Suche, so ein Grundgedanke, setzt das "Wissen um das Nicht-Wissen" voraus, ein Wissen auch, das uns den gesuchten Gegenstand, finden wir ihn, erkennen lässt. Das Finden selbst ist kategorial geschieden vom Suchen, das man selbst betreibt. Das Finden ist ein Ereignis, ein Moment der Gnade oder, wie Sommer schreibt, der "Versöhnung mit der Welt". So pathetisch, das macht der Rezensent Armin Adam gleich klar, geht es sonst nicht zu in diesem Buch. Vielmehr werden auf vielen Seiten die phänomenologischen Implikationen des Global Positioning System (GPS) entfaltet, geradezu erstaunlich findet Adam den "Technikoptimismus" des Autors. Er hat jedoch noch viel grundsätzlichere Zweifel: die "Naivität" des Ansatzes - so sehr sie eine bewusste und gewollte Sache sei - lässt ihn doch nach, wenn nicht der Brauchbarkeit, so doch dem Realitätsbezug des Ganzen fragen.
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