Aus dem Französischen von Michael Bischoff. Mit 12 Zeichnungen von Philip Waechter. Radfahrer sind die neuen Flaneure, mit der Nase im Wind erfreuen sie sich am Duft der Kastanienbäume. Unbemerkt gleiten sie in eine poetische Geografie und stellen verwundert fest, dass die Stadt dazu da ist, angeschaut zu werden. Nicht nur in Kopenhagen und Amsterdam, auch in Frankfurt und Paris prägt das Fahrrad wieder das Straßenbild. Fasziniert beobachtet der Ethnologe Marc Augé die Auswirkungen dieser veritablen Fahrradrevolution. Er beschwört das freiheitstrunkene Glück des Kindes, das in die Pedale tretend die Kraft seines Körpers spürt. Wehmütig denkt er zurück an die heroischen Tage der Tour de France, als Radrennen Volkskult war. Und er blickt voller Enthusiasmus auf die Chancen der weltweiten Fahrradbewegung. Feinsinnig preist Augé eine ganz reale Utopie: den Humanismus des Radfahrens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.07.2016
Rezensent Oliver Pfohlmann schätzt den französischen Anthropologen Marc Auge, der vor allem durch seine Theorie der "Nicht-Orte" bekannt wurde. Umso erfreuter ist der Kritiker, dass mit "Lob des Fahrrads" und "Das Pariser Bistro" gleich zwei wunderbare kleine "Elogen" neu erschienen sind. Begeistert schwingt sich Pfohlmann mit Auge aufs Rad, für den Autor in seiner Naturverbundenheit das "menschlichste" aller Fortbewegungsmittel, erobert sich ganz autonom den Raum, spürt Freiheit und Leichtigkeit, erinnert sich an den Zauber des ersten Moments auf dem Fahrrad, lernt ganz nebenbei noch einiges über den französischen "Velokult" der 1940er Jahre und hofft mit Auge auf eine "Fahrradrevolution" in Großstädten. Die zwölf großartigen Illustrationen Philip Waechters vollenden Pfohlmanns Lektüre-Glück.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.04.2016
Rezensent Fritz Göttler erlebt den erradelten Raum als Raum der Utopie und poetischen Raum beim französischen Ethnologen Marc Augé. Aus persönlichen Erinnerungen und im Ton zwischen Wehmut und Ironie erschafft ihm der Autor ein Lob des Fahrrads, das für Göttler weit in die Zukunft reicht und Impulse verspricht für die Zukunft der Städte. Wie Augé im Mythos des Radelns Philosophie und Literatur entdeckt und die Dialektik von Zeit und Ewigkeit, Einsamkeit und Geselligkeit reflektiert, scheint Göttler bemerkenswert.
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