Herausgegeben uns aus dem Französischen übersetzt von Bernd-Jürgen Fischer. Mit 44 SW- und 99 Farbfotos. Der Komponist Reynaldo Hahn (1874-1947) war der lebenslange Freund und zeitweilig auch Geliebte Marcel Prousts, und er war nach Prousts Mutter die wichtigste Person in dessen Leben. 1894 lernten sich beide auf einer musikalischen Soiree kennen, waren sogleich entflammt füreinander, schmiedeten Pläne für gemeinsame Arbeiten und Reisen. Hahn war es auch, der am 18. November 1922 dem Figaro bekannt gab, "dass unser teurer Marcel Proust heute Abend um halb sechs Uhr verstorben ist". Die sorgfältig kommentierte Ausgabe enthält den vollständigen noch erhaltenen Briefwechsel - rund 220, größtenteils von Proust verfasste Briefe - und gibt neue Einblicke in die Persönlichkeit des Dichters und das künstlerische und gesellschaftliche Leben der Zeit. Denn Reynaldo Hahn war die Sonde, mit deren Hilfe Proust erkundete, was sich jenseits seines Schlafzimmers, das er in seinen späteren Jahren kaum noch verließ, abspielte.
Die Ausgabe ist reich illustriert mit sämtlichen Zeichnungen, die Proust den Briefen beigegeben hat, sowie einem umfangreichen Farbteil, in dem die erwähnten Personen, Schauspielerinnen und Schauspieler, Bühnenbilder, Kostüme usw. abgebildet sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2018
Rezensent Tilman Spreckelsen denkt nicht zwangsläufig dauernd an die Recherche beim Lesen von Marcel Prousts Briefen an seinen engsten Freund Reynaldo Hahn. Sowohl Prousts Briefe als auch diejenigen des Komponisten Hahn an den Schriftsteller findet er ergiebig in Sachen Beobachtung und Selbstbeschreibung, schon weil Proust Zeichnungen oder Verse beifügt und gemeinsame Bekannte, Bücher, Kunstwerke und Körperliches auftauchen. Manches Porträt von Zeitgenossen lässt Spreckelsen allerdings doch an das Proustsche Hauptwerk denken. Die Arbeit des Herausgebers und Übersetzers Bernd-Jürgen Fischer kommentiert Spreckelsen lobend, schon, da die Privatorthografie der Schreiber hohe Anforderungen stellt, wie er ahnt. Fischers Anmerkungen helfen dem Rezensenten, sich die andeutungsreiche Korrespondenz zu erschließen.
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