Marx ist wieder "in", und selbst die Times öffnet inzwischen ihre Diskussionsseiten der Frage, ob der Alte von London angesichts der sich zuspitzenden Weltwirtschaftskrise nicht doch recht behalten hat. Marxens Studien über den kapitalistischen Krisenzyklus scheinen also aktuell. Wie aber steht es um die Analyse der Beziehungen zwischen Arbeit und Kapital, zwischen lebendiger und vergegenständlichter Arbeit, aus historischer und methodischer Sicht? Ist es angesichts der globalen Arbeitsverhältnisse von heute nicht an der Zeit, die Beziehungen zwischen Arbeitsgeschichte und Arbeitsbegriff neu zu durchdenken und das konzeptionelle Instrumentarium zu erweitern?
Ebenso dringlich wie aktuell findet Patrick Eiden-Offe die in diesem Band abgebildete Debatte, die, wie man liest, auch das Marx'sche Bild von der Arbeiterklasse weiterentwickeln will. Die Herausgeber bezeichnet der Kritiker als "verdiente Old-Boys" der kritischen Marx-Diskussion, diesen Sammelband als ebenso bemerkenswert wie in seiner Ausrichtung antizyklisch. Die achtzehn Beiträge, die von den "heterodoxen Rändern" zu einer Prüfung der aktuellen Tragweite der Theorien Karl Marx? beitragen wollten, und zwar aus der historisch gerahmten Perspektive der Gegenwart heraus, kreisen Eiden-Offe zufolge um die zentrale These, dass Marx die Autonomie der ausgebeuteten Subjekte konsequent ausgeblendet habe. Zwar halten der Ansicht des Kritikers nach nicht alle Beiträge des Bandes das versprochene Reflexionsniveau, und auch das Nachwort bleibt für ihn hinter der Debatte zurück. Doch diese kleinen Mängel stellen seiner Meinung nach Dringlichkeit und Qualität des Diskussionsansatzes der in diesem Band vorgestellten Debatte in keiner Weise in Frage.
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